Crippled Black Phoenix schmeißen den „White Light Generator“ an

VERÖFFENTLICHUNG» 14.03.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Pünktlich zum zehnten Geburtstag der Band gibt es ein neues Album der Briten und man darf den neuen Sänger und Gitarristen Daniel Änghede im Line Up begrüßen. Wie immer erwarten uns spannende Songs, die man nicht einfach so nebenbei hören kann. Der Zuschreibungen gibt es viele: Progressive Rock, Artrock, Postrock, Ambient… In Wahrheit bieten CBP von allem etwas, überraschen aber zunächst mal mit einem akustischen Folk-Titel, den der Schwede Änghede elvis-mäßig ins Mikro schmachtet.

Doch keine Sorge, spätestens der Longtrack „No!“, aufgeteilt in Part 1 und 2, bietet uns die experimentelle Größe der Band, wie wir sie von Mastermind Justin Greaves und seinen gerne mal wechselnden Mitstreitern erwarten. Ein sehr zerbrechlich wirkendes Musikstück mit sanftem Piano-Einstieg. Eigentlich teilen Crippled Black Phoenix ihr Album in eine „Black Side“ und eine „White Side“ ein, doch Unterschiede sind schwerlich auszumachen. Die Grundstimmung bleibt düster und fast verzweifelt melancholisch. Das ist die Stimmung, die man auch live transportiert.

Hymnische Klangkonstruktionen, filigrane Balladen und durchaus psychedelische Klänge lassen mal wieder Erinnerungen an die seligen Pink Floyd hoch kommen – das mag abgedroschen klingen, doch CBP gehören zu den Bands, die diesen Vergleich verdienen und sich ihm stellen können. Die atmosphärische Dichte des Albums erzeugt Gänsehaut und ich verliebe mich in die ruhige Grundstimmung, die durch härtere Tracks wie „Let’s Have An Apocalypse Now“ und „Parasites“ nur unwesentlich aufgebrochen wird.

Auf den neuen Songs spiegelt sich sowohl das vergangene, von Umbrüchen geprägte Jahr wieder, als auch das Markenzeichen der Band: progressive Schwere und Verrücktheit. “White Light Generator” ist in zwei Hälften unterteilt: auf der ersten (Black Light) ist die schwere Seite der Musik zu hören. „Ich wollte ein klanglich einfacheres Album machen“, so Bandgründer Greaves. „Gute Songs, die sich mehr um das Gefühl drehen als um musikalisches Können. Ein Album, das auf dem natürlichen Analogsound aufgebaut ist. Wir haben zwar schon immer auf diese Art und Weise gearbeitet, doch dieses Mal haben wir uns noch weniger in die Produktion eingemischt. Ich denke, das Ergebnis ist sehr gut geworden. Wenn Ihr die älteren, weicheren und weniger sauberen Sounds mögt, wird Euch das gefallen.“

Wundervoll klingt es, wenn sich die Instrumentalisten in sphärischen Klanggebilden verlieren, um doch immer wieder auf den melodischen Pfad zurück zu kehren. Daraus entstehen magische Songs mit bisweilen folkigen oder weltmusikalischen Elementen. Bläser-Einsatz ist eben so gerne gesehen wie chorische Passagen. Der neue Sänger groovt sich in die Songs ein und schwebt mit durch Raum und Zeit. Ein großartiges Album von gut 70 Minuten Länge erwartet jeden, der bereit ist sich darauf einzulassen.

Der versöhnliche Abschluss heißt „A Brighter Tomorrow“ und liefert ein verträumtes Ende. Die Flasche Wein ist leer, die Spannung hat sich gelegt – CBP beweisen mal wieder, dass sie zu den interessantesten Bands der Gegenwart gehören und weit davon entfernt sind, sich zu wiederholen.

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Crippled Black Phoenix Live:

06.05. Hannover – Musikzentrum
07.05. Essen – Turock
08.05. Hamburg – Fabrik
09.05. Berlin – Kesselhaus
14.05. München – Backstage Werk
15.05. Frankfurt – Batschkapp
16.05. Köln – Kantine