Cristin Claas – „67 Days“: Ein Album, das glücklich macht

VERÖFFENTLICHUNG» 08.11.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Der Majordeal bei Sony Music hat Cristin Claas kein (kommerzielles) Glück gebracht, darum backt man nun wieder kleinere Brötchen – und die sind äußerst lecker! Das Konzept ist nämlich gleich geblieben: Die Band trägt den Namen der Sängerin und das Motto lautet „Songpoesie vom Feinsten“. Um gar nicht erst in eine Schublade gestopft zu werden, gibt es Songs in englischer und deutscher Sprache sowie ein langes Instrumental. Und wenn gar nichts passt, singt Cristin in einer wundervoll klingenden Phantasiesprache, die lautmalerisch ihre Ideen in Worte fasst. Ihre Mutter lebt in Namibia – auch dieser Einfluss ist regelmäßig greifbar.

So werden viele Tracks zum Aha-Erlebnis. Vor allem die rhythmisch ausgefeilten Arrangements haben es mir angetan. Beispielsweise „Sounds Of Udu“. Was für ein genialer Song! Orientalisch bzw. afrikanisch anmutend in einer stetigen Steigerung bis zum mehrstimmigen Finale. Und die Stimmfarbe von Cristin erinnert frappierend an Kate Bush. Ebenso beeindruckend finde ich „In A Safe Shell“, wo sie ihren großen Stimmumfang vom tiefen Alt bis zum hohen Sopran zeigt.

Wollen wir aber mal nicht den Rest des Trios vergessen: Gitarrist Stephan Bormann und Pianist / Percussionist Christoph Reuter liefern einen sehr guten Job ab und führen die Songs in Richtung melancholischen Songwriter-Pop oder in jazzige Höhenflüge. Da sind den Ideen keine Grenzen gesetzt. Selbst das instrumentale „La Danza Impossible“ passt sich hervorragend in die Songliste ein.

Vor allem die deutschen Stücke tun dem Album sehr gut und lockern das Geschehen auf. „Wir beide“ und „Nordlicht“ als anmutige, gefühlvolle Lovesongs an den Liebsten und an die Heimat. Doch überraschend stark klingt auch die Volkslied-Bearbeitung „Blaublümelein“. Traumwandlerisch wandelt das Trio durch sein Album und es scheint nichts zu geben, was die drei nicht zu einem wundervollen Hörgenuss führen können. Um solche Vielfalt ausleben zu können, muss man wohl seine eigene Plattenfirma gründen. Diese nennt sich Suninga Records nach dem ersten Song, den Cristin (2002) in Phantasiesprache geschrieben hat. „67 Days“ macht hörbar glücklich!

Cristin Claas 67 days hier reinhören!

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