DAFT PUNK – Random Access Memories: Eine kurzweilige Reise durch die 70er und 80er Jahre bis zur Gegenwart

VERÖFFENTLICHUNG» 17.05.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Mann – das hat gedauert! Acht Jahre mussten Fans der französischen Electro-Formation Daft Punk auf ein neues Album warten. Zwischendurch gab es nur den Soundtrack zu „Tron: Legacy“. Die Erwartungen sind also hoch und es gab einen Hype um jeden Schnipsel. der vorab veröffentlicht wurde. Schließlich hat das Duo die elektronische Musikszene in den letzten 20 Jahren nachhaltig beeinflusst und mit einem Song wie „One More Time“ die Tore weit für den Massengeschmack geöffnet. Auch die spektakulären Liveshows, bei denen sie traditionell ihre Robotermasken tragen, sind legendär. Als Krönung gab es im Jahr 2009 zwei Grammys – beste Vorzeichen also für das reguläre Album Nummer vier.

Erster Paukenschlag war der Hit „Get Lucky“ im Verbund mit Pharrell Williams, der die Band auf Anhieb wieder in die Charts katapultierte. Im Grunde nichts Besonderes, aber ein Hit, der auf Anhieb ins Ohr geht und alles zusammenfasst, was die populäre Disco-Szene der letzten drei Jahrzehnte ausmachte. Es gibt noch weitere Features mit Williams, außerdem Kooperationen mit Giorgio Moroder, Julian Casablancas (The Strokes), Todd Edwards und Panda Bear.

Der Song „Giorgio By Moroder“ allein ist schon ein Unikum, da der Altmeister hier in einigen Minuten die Geschichte der Discomusik erzählt und seine Worte dabei von einem perfekten futuristischen Soundtrack untermalt werden. Wer kann sich so etwas erlauben, ohne in Klischees abzudriften? Daft Punk können es – und lassen danach die Synthesizer tanzen.

Wenn keine Gastsänger am Werk sind, bekommt der Hörer die typischen Vocoder-Stimmen der Protagonisten. Und musikalisch gibt es eine Mischung aus elektronischen Elementen, orchestralen Einlagen, Funk und Soul, die es in sich hat. Hervorragende Songs, die zum Teil weit über fünf Minuten brauchen, um sich zu entfalten. Und dazu keine Samples, sondern frisch eingespielte Melodielinien, zum Teil durch echte Drums begleitet. In dieser Vielfalt entstand ein Album von 75 Minuten Länge, das eine kurzweilige Reise durch die 70er und 80er Jahre bis zur Gegenwart bietet. Der sphärische Abschluss „Contact“ mit eingespielten Apollo-Funksprüchen ist mein persönlicher Höhepunkt. So endet ein Meisterwerk der elektronischen Musik.