Das Comeback-Album des Jahrhunderts: „13“ von den Suicidal Tendencies

VERÖFFENTLICHUNG» 05.04.2013
BEWERTUNG» 9 / 9
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Die Suicidal Tendencies sind in der Punk-, Hardcore- und Skateboard-Szene eine lebende Legende. In diesem Jahr feiert das Quintett aus Südkalifornien sein 30jähriges Bandjubiläum. Es waren drei Jahrzehnte voller Höhen und Tiefen. Solch grossartigen Alben wie „The Art Of Rebellion“, „Still Cyco After All These Years“ oder „Suicidal For Life“ stand zuletzt eine schier endlos scheinende Veröffentlichungspause von dreizehn Jahren gegenüber.

Die hat nun ein Ende! Am 5. April erscheint mit „13″ endlich ein Suicidal Tendencies-Album mit neuem Material. Kein sehr origineller Titel mag man mit Blick auf die aktuelle Jahreszahl denken, zumal die Kollegen von Black Sabbath in gut vier Wochen ein Album gleichen Namens unter das headbangende Volk werfen wollen. Doch die „13″ hat im Falle von Mike Muir & Co. von jeher eine besondere Bedeutung. In ihren Anfängen wurden sie zeitweise vom FBI überwacht, weil man ihnen eine grosse Nähe zu der in Venice Beach ansässigen Straßengang „Venice 13″ nachsagte. Bezogen auf ihr jüngstes Werk heißt das: „13″ erscheint 13 Jahre nach „Free Your Soul And Save My Mind“, es enthält 13 Songs und ist das 13. Studioalbum in der Geschichte der Suicidal Tendencies. Abergläubisch scheinen die Jungs nicht zu sein.

Dazu besteht auch kein Grund. Von der Originalbesetzung ist zwar mittlerweile nur noch „Cyco Miko“ Muir übrig, auf dessen eigenem Label Suicidal Records die Platte auch erscheint, aber seine Mitstreiter erweisen sich als Creme de la Creme des gepflegten Hardcore Punks. Also, klappen wir genüßlich die Baseballmützen hoch, holen unsere Bandanas und Basketballshirts aus dem Schrank… die Suicidal Tendencies sind zurück. Und zwar lebendiger als jemals zuvor!

Schon beim Opener „Shake It Out“ schlägt das Metalcore-Herz sofort auf Hochtouren. Dafür sorgen die virtuosen Gitarrenläufe von Dean Pleasants, knackige Riffs und ein Song, der genauso drauflos prügelt wie vor zwanzig Jahren „Gotta Kill Captain Stupid“. Mit „Smash It!“ und „This Ain’t A Celebration“ gibt es weiter gnadenlos eins auf die Zwölf. Das Gitarrenspiel von Pleasants und seinem saitenschwingenden Partner Nico Santora bleibt sensationell. „Make Your Stand“ reiht sich da ebenso nahtlos ein wie „Show Some Love… Tear It Down“ mit seinen genialen Hooks, die Trashmetalpunkrock-Offenbarung „Cyco Style“ oder die vollfetten „Who’s Afraid?“ und „Slam City“. Steve Bruner’s Bass polstert unseren Magen aus, Eric Moore klöppelt mit den Drumsticks unsere Gehörgänge geschmeidig und zu all diesen göttlichen Klängen brüllt sich Mike Muir heiser. In Your Face!

Mit „God Only Knows Who I Am“ gönnen sich die Suicidal Tendencies die einzige echte Verschnaufpause auf „13″. Doch selbst die ist grosse Kunst. Ein relaxt aus dem Ärmel geschütteltes grandioses Stück Rockmusik, für das andere Bands vor Dankbarkeit auf die Knie gehen würden. „Till My Last Breath“ überrascht zunächst hingegen als Hippie-Chor, wächst sich dann zu einem reinrassigen Funkrockkaliber aus. Zum Ende der knapp 60 Minuten langen Vollgasveranstaltung geht ihnen dann aber doch ein klein wenig die Puste aus. „Living The Fight“ und „Life (Can’t Live With It, Can’t Live Without It)“ sind solide Rockkost mit einer hemmungslos schön gniedelnden Gitarre, „This World” ein wunderbar hymnischer Closer unter Einsatz der Akustikklampfe. Wohlgemerkt: Wirkliche Ausfälle sind das bei weitem nicht. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist die druckvolle Produktion von Paul Northfield und Mike Muir himself.

Dem Chef-Suicyco gebührt dann auch das letzte Wort: „Thank you for all the people that have patiently waited for this record. Now I will shut up and let the music do the talking”. Recht so! Den Suicidal Tendencies ist mit „13” ein Album gelungen, das so klingt wie sich eine Achterbahnfahrt anfühlt. Es ist DAS Comeback-Album des Jahres, ach was… des Jahrhunderts. Adrenalin-Junkies dieser Welt vereinigt euch!

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