Das neue Werk des Modern Folk Trios Acoustic Revolution heißt „Haunted By Numbers“

VERÖFFENTLICHUNG» 01.06.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL»
  bei Amazon bestellen

Gestern Abend haben die Iren mal wieder den Stellenwert ihrer Musik eindrucksvoll dargelegt. Irland verliert gegen Spanien mit 0:4 und ein halbes Stadion voller grün gekleideter Gestalten besingt voller Inbrunst seine Mannschaft mit „You’ll neeeever beat the Irish“. Das sind doch pure Gänsehautmomente, die die friedliche und harmonische Seite des Fußballs zeigen.

Dass auch aus Deutschland guter Folkrock mit irischem Einschlag kommen kann, wissen wir spätestens seit Paddy Goes To Holyhead. Die Band Acoustic Revolution wurde im Jahr 2000 von dem in Hamburg geborenen Musiker und Komponisten Germar Thiele zusammen mit seinen langjährigen musikalischen Wegbegleitern Tom Logan und Dennis Hornung gegründet. Das Debut-Album „Ramble & Roam“ brachte bereits durchweg positive Kritiken ein, dazu Airplays beim NDR, MDR, BR und vielen kleineren Radiostationen – und nicht zuletzt gingen beim Deutschen Rock- und Poppreis 2011 die Kategorien „Beste Folkrockband“, „Bester Folkrocksong“ und „Beste Single“ auf das Acoustic Revolution-Erfolgskonto. Da entsteht also etwas durchaus Großes.

Das neue Werk des Modern Folk Trios heißt „Haunted By Numbers“. Und es bündelt die Stärken des Vorgängerwerks mit dem Ergebnis einer konsequenten Weiterentwicklung. Die Ausrichtung ist natürlich weiterhin – dem Namen entsprechend – rein akustisch. Folk- und Countryelemente finden sich im verstärkten Einsatz von Kontrabass, Westerngitarre, Banjo und Mandoline. Gerade das Streichinstrument setzt klassische Akzente. Aber das Wichtigste bleibt: Die Musik rockt! Irgendwo zwischen den Dubliners und Fiddler’s Green, zwischen den Levellers und Paddy Goes To Holyhead. Und man vergisst bei jedem Song, dass dort nur drei Instrumentalisten am Werk sind.

Das Titelstück, das auch die erste Singleauskopplung ist, sowie die Balladen „Take Me Away To The Edge Of The Night“ (mit fast schon orchestraler Ausrichtung) und „Just A Good Friend“ (sehr poppig und radiotauglich) zeigen die Band von einer interessanten neuen Soundseite. Natürlich ist es trotzdem unverkennbar Acoustic Revolution. Gute Produktion – verständliches Englisch – mitreißende Musik. So findet Irland mal wieder den Weg nach Deutschland.