„14“ – das „verlorene“ Album aus der Teenagerzeit von David Garrett

VERÖFFENTLICHUNG» 22.03.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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David Garrett ist heute ein gefeierter Superstar, der mit seiner Mischung aus Klassik und Rock Arenen füllt, aber auch zahlreicher Kritiker auf den Plan ruft. zumindest aber erfüllt er seinen eigenen Anspruch, ein neues Publikum für die Klassik zu begeistern und untermauert diesen auch immer wieder mit reinen Klassik-Alben. Zu diesen zählt auch die aktuelle Veröffentlichung „14“, allerdings wurde dieses Album bereits vor 18 Jahren eingespielt, und man muss schon genau hinsehen, um in dem 14jährigen ernsten Teenager auf dem Cover den lässigen Rockgeiger von heute zu erkennen.

Warum die Aufnahmen damals verloren gingen und bisher nicht veröffentlicht wurden, bleibt unklar – aber mit Sicherheit erreicht „14“ heute ein viel breiteres Publikum und hat eine ganz andere Relevanz. Der Hörer kann gewissermaßen in die Vergangenheit reisen und erlebt einen begabten jungen Violinisten, der gefördert von Mentoren wie Yehudi Menuhin und Isaac Stern ein beachtliches Repertoire an klassischen Werken von Paganini bis Max Bruch präsentiert, zurückhaltend begleitet vom Alexander Markovich am Klavier.

Ob man dem Spiel des jungen David Garret schon anhört, dass er einmal auf seiner Stradivari Metallica und Queen interpretieren wird, sei dem Gefühl des jeweiligen Hörers überlassen. Aber er bewegt sich jedenfalls technisch auf sehr hohem Niveau und kämpft sich beispielsweise mit beachtlicher Virtuosität durch die „Teufelstriller-Sonate“ von Giuseppe Tartini. Und bei Pagininis „La Campanella“ oder Schuberts „Ave Maria!“ hört man schon den für David  charakteristischen singenden und gefühlvoll vibrierenden Geigenton heraus. Dvořáks „Humoresque“, das „Praeludium und Allegro im Stille von Gaetano Pugnani“ von Kreisler sowie Tschaikowskys „None But The Lonely Heart“ gehören sogar immer noch zum Repertoire des Künstlers und sind auch auf aktuellen Alben zu finden  – wer will, kann hier also direkt vergleichen.

„14“ ist ein interessantes musikgeschichtliches Dokument aus der Vergangenheit eines leidenschaftlichen Violinisten, das vielleicht sogar Klassik-Puristen etwas mit David Garrett versöhnen kann.

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