Dawes überzeugen in ihrem dritten Album „Stories Don’t End“ mit warmen Folk-Rock Melodien

VERÖFFENTLICHUNG» 06.09.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Erst kürzlich veröffentlichte das kalifornische Quartett um das Brüderpaar Taylor (Gesang, Gitarre) und Griffin (Drums) Goldsmith mit „Stories Don´t End“ ihr bereits drittes Studioalbum seit ihrer Bandgründung im Jahre 2009. In Deutschland gelten sie eher noch als Insidertipp, während sie in den USA mittlerweile schon große Locations füllen. In ihrem aktuellen Album folgen Dawes ihrem bisherigen musikalischen Grundkonzept, welches sich stilistisch am amerikanischen Folk-Rock und Country orientiert und sich stark an den Sound von Crosby, Stills & Nash oder Neil Young anlehnt. Unter dem Einfluss des neuen Produzenten Jacquire King (u.a. Kings Of Leon, Modest Mouse) haben sie jedoch ihre Arrangements weiter ausgebreitet und verfeinert, neu ist vor allem der Einsatz von Synthies und E-Gitarrenklängen, die stark durch die in den Siebzigern vorherrschenden Melodien geprägt sind (Fleetwood Mac u.a.).

„Stories Don´t End“ bildet dennoch mit ihren Vorgängeralben sowohl inhaltlich als auch melodisch ein harmonisches Gesamtbild, die Band selbst bezeichnet es sogar selbst als eine „Essenz“ ihres bisherigen Schaffens. Lyrisch ließ sich Songwriter Taylor Goldsmith diesmal stark von der Schriftstellerin Joan Didion beeinflussen und erzählt seine Geschichten zum Teil in Form von Bestandsaufnahmen, wie in ihrer ersten Singleauskopplung „From A Window Seat“, welche eine Momentaufnahme in einem Flugzeug darstellt oder auch „Something In Common“. Als einziger nicht von Goldsmith geschriebener Song schleicht sich der aus der Feder des früheren Mitbegründers der Vorgängerband Simon Dawes Blake Mills stammende Song „Hey Lover“ auf das Album, der mit seinen eingängigen, fast poppigen Melodien tatsächlich ein wenig aus der Reihe fällt, aber durchaus als Ohrwurm direkt beim ersten Hören im Gedächtnis bleibt. Es ist auch der einzige Song, der unter drei Minuten ist, die meisten liegen bei vier bis fünf Minuten, so dass wir hier mal von einem echten Longplayer sprechen können. Gerahmt werden alle Songs von dem gefühlvollen „Just Beneath The Surface“ und der Reprise, die zunächst nur ein Zufallsmitschnitt aus dem allerersten Arrangement des Songs im Studio war und es dann aber wegen der ausgesprochen gut gelungenen minimalistischen Fassung schließlich mit auf das Album geschafft hat. Auffällig emotional sind die sanften, wunderschön harmonischen Balladen wie „Just my Luck“ oder auch dem Titelsong selbst, in denen die zarte, teilweise zerbrechlich wirkende Stimme Taylor Goldsmiths zusammen mit ruhigen Pianomelodien und Bläsern den Zuhörer zu verzaubern vermag. Die einzigen richtig tanzbaren Nummern sind das schwungvolle „From A Window Seat“ und „Someone Will“, was einen mit seiner typischen Americana-Rhythmik und den ausgeprägten countryiesken Gitarrensoli gedanklich direkt in amerikanische Landstriche versetzt. „Most People“ ist für mich wegen seiner Kontraste der stärkste und einprägsamste Song des Albums, der Refrain hat sich sofort in meinen Gehörgang gebrannt.

Wer Dawes bisher noch nicht kannte, jedoch Bands wie Fleetfoxes und Midlake schon in seinem Plattenregal hat, der sollte sich auf keinen Fall „Stories Don´t End“ entgehen lassen. Nehmt Euch Zeit das Album mehrmals durchzuhören, denn dann erst packt es einen emotional und der warme, sanfte Sound lässt einen nicht mehr los. Dawes präsentieren uns ein wunderbar entspanntes Album, für kuschelige Herbsttage genau das Richtige!

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Einen Einblick in das neue Album bekommt Ihr hier mit dem Ohrwurm „Most People“:

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