Deep Purple auf dem Weg durch ihre ersten Jahre: „Hard Road – The Studio Recordings 1968-1969“

VERÖFFENTLICHUNG» 25.07.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Deep Purple Hard Road - The Studio Recordings 1968-1969 bei Amazon bestellen

Bevor es die berühmt-berüchtigte Mark II Besetzung mit ihren Spitzenalben „Deep Purple In Rock“, „Machine Head“ und „Fireball“ gab, war die Ur-Besetzung mit Rod Evans am Gesang und Nick Simper am Bass aktiv. Zwei Jahre und drei Alben umfasst diese Phase immerhin – damals wurden Fans noch mit neuen Releases zugeschüttet. Die Veröffentlichung dieser CDs in einem Paket dürfte nicht nur für Nostalgiker, sondern für Fans jedweder Colour interessant sein.

Heute denkt man ja kaum noch daran, dass es zwei Geschäftsleute waren, die in eine Rockband investieren wollten und John Lord mit der Bandgründung beauftragten. Von den Castingshows heutiger Zeit ist diese Idee gar nicht so weit entfernt. Musikalisch ging es zunächst in Richtung Beatles – für die Zeit natürlich nicht ungewöhnlich. „Shades Of Deep Purple“ enthält psychedelische Klänge und sogar eine Coverversion von „Help“. In der Box gibt es den Mono Mix des Originalalbums mit drei alternativen Outtakes und den Stereo Mix der gleichen acht Songs plus vier Remixe aus späteren Jahren.

Auch „The Book Of Taliesyn“ enthält einige Coverversionen von Neil Diamond, den Beatles („We Can Work It Out“) sowie Ike & Tina Turner. Spannend zu hören, wie sich ein neuer Stil aus diesen Vorbildern entwickelte. Man hört vor allem die Orgel von John Lord und gitarrenmäßige Blues-Variationen. Außerdem sind natürlich die instrumentalen Anleihen bei klassischen Stücken von Strauss, Tschaikowski und Beethoven auffällig. CD 3 widmet sich wieder dem Mono Mix und hat keine Bonustracks. CD 4 kommt in Stereo und bietet neben einigen Outtakes den 2003er Remix von „Kentucky Woman“.

Bleibt noch das selbst betitelte Album „Deep Purple„, das den Weg von der progressiven Anfangszeit hin zu Hardrock-Klängen markiert. Einzige Coverversion ist diesmal der Folkrocker „Lalena“ (Donovan). Vor allem „Chasing Shadows“ und „Painter“ künden von späteren Rock-Großtaten. „Deep Purple„, das nur in einer Stereo-Version erschien, enthält acht zusätzliche Tracks, etwa bisher unveröffentlichte Versionen von „Emmaretta“, „Why Didn’t Rosemary“ und „This Bird Has Flown“, die im Jahr 2012 gemixt wurden, sowie einige Single- und B-Seiten-Edits.

Braucht man die Box? Als Fan ganz sicher. Und als Gelegenheitshörer finde ich es äußerst interessant, wie sich die Band in ihrer Anfangszeit entwickelte. Wahrlich ein „harter Weg“. Die Silberlinge kommen in stabiler Papp-Box in einzelnen Replicas und mit einem dicken Booklet, das auf 48 Seiten Bilder und Texte zur Historie vereint.

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