Der deutsche Exportschlager Science Of Sleep veröffentlicht Debut „Exhaust“

VERÖFFENTLICHUNG» 14.06.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Keiner hätte je erahnen können, dass Science Of Sleep die Underground-Szene so aufmischen würden. Ihre Ep „Affliction“ kam wie aus dem Nichts. Sie brachte viel Gesprächsstoff über das Potential deutscher Musiker in der Extrem-Musik und das Wiederaufleben des Deathcores, einer Musikrichtung, die als ausgelutscht und verbraucht galt.

Der erste Sympathie-Punkt an die Band ist, dass man ihre Liebe für ihre Musik heraus hört. Science Of Sleep versuchen dem überbenutzten Einheitsschrott entgegen zu treten, in dem der Fokus auf ein aggressives Songwriting gelegt wurde, ohne gleich ins Klischee aus Break- und Beatdowns zu geraten. Zwar hat „Exhaust“ viele bekannte musikalische Mittel, aber das Hauptaugenmaß lag immer wieder auf kleinen progressiven Spielereien. Diese werden konsequent immer wieder in die Songs eingebaut, um die Wirkungsfähigkeit zu erhalten. Die Mischung macht es! Das Andere an „Exhaust“ ist die dicke Produktion. Ich hatte lange keine Platte in der Anlage, die so gescheppert hat wie diese. Der einzige Nachteil an diesem Sound ist natürlich, dass, wenn ein gedämpfter Part kommt, er direkt wieder im Dröhnen des kommenden untergeht. „Oppressor“ zeigt, wie gut es tut, wenn man mal vom Gaspedal runtergeht, dem höllisch Brachialen mit mehr Melodie noch mehr Feuer geben.

Das Debut ist gelungen und bereitet Lust auf mehr. Mal sehen, was die Band als Nächstes plant. Für die deutschen Fans des Genres und Underground-Süchtigen brauche ich hier keine Tipps auszusprechen, aber an alle Metal-Head, Pathology- und Devourment-Fans: Gebt dieser jungen Band eine Chance. Es lohnt sich!