Der Meister faszinierender Sound-Skulpturen ist zurück: Klaus Schulze mit „Shadowlands“

VERÖFFENTLICHUNG» 22.02.2013
BEWERTUNG» 6 / 9
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Klaus Schulze machte seine ersten musikalischen Schritte in den zu Ende gehenden 60ern und trug mit zur Begründung der so genannten „Berliner Schule“ bei. Schnell wollte er aber sein eigenes Ding machen. Seit 1972 hat Schulze eine beachtliche Anzahl an Soloplatten eingespielt, die sich (wie beispielsweise „Timewind“ und „Dig It“) zu Referenzwerken der Szene entwickelten. Sein Big Moog Synthesizer zählt zu den legendären elektronischen Instrumenten der 70er Jahre. Und bis heute ist der Altmeister mit inzwischen mehreren Hundert Veröffentlichungen musikalisch aktiv, wenn er auch zeitweise aus gesundheitlichen Gründen etwas nachgelassen hat.

Das neue Werk „Shadowlands“ umfasst drei Tracks in zusammen 75 Minuten Länge. Klangästhetik vom Feinsten – so sind seine Fans das gewohnt. Und doch gibt es immer wieder neue Aspekte. Zum Beispiel die Mitstreiterin, die schon beim Projekt „Farscape“ mit dabei war: Mit der australischen Sängerin Lisa Gerrard hat Schulze das perfekte Gegenstück für seine Kunst gefunden. Die einstige Sängerin des Duos Dead Can Dance, die auch für ihre Beiträge zu den Soundtracks „Gladiator“ und „Whale Rider“ bekannt ist, verfügt über eine ausdrucksstarke Stimme und harmoniert hervorragend mit den sphärischen Klängen des Elektronikmeisters. Und auch der Beitrag von Violinist Thomas Kagermann fügt sich entspannt ein.

Schulze variiert gekonnt die musikalischen Themen und schafft einen Klangteppich zwischen Mystik, Sentimentalität und elektronischen Ausschweifungen. Daran hat sich seit seiner Pioniertätigkeit, die letztlich für Erfolge von Bands wie Depeche Mode und für die spätere Glanzzeit einer Musikrichtung namens Techno verantwortlich war, nichts geändert.

Heute sind andere Klangkünstler federführend, die aber wiederum nicht müde werden, das große Vorbild zu loben. So verfügt die CD (leider) anstelle eines Booklets über eine Hommage in Briefform, die Christopher von Deylen (Schiller) zur CD-Veröffentlichung geschrieben hat und die nun auf den Klappen des Digipacks abgedruckt ist. Mir liegt nur die 1-CD-Version des Albums vor. Es existiert jedoch auch eine „Limited Edition“ mit 55minütiger Bonus-CD. Ob hier ein ordentliches Booklet mit im Boot ist, weiß ich leider nicht.