Deutscher Songwriter-Pop ohne Kompromisse – Diane Weigmann veröffentlicht ihr drittes Soloalbum „Kein unbeschriebenes Blatt“

VERÖFFENTLICHUNG» 08.02.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Diane Weigmann ist in musikalischer Hinsicht wahrhaft kein unbeschriebenes Blatt. Nachdem sie in den 90ern mit ihrer Girlband Lemonbabies erfolgreich unterwegs war, hat sie als deutsch singende Solokünstlerin nun schon ihr drittes Album am Start. Wer wie ich diese tolle Musikerin bisher trotzdem verpasst hat, hat nun eine gute Gelegenheit sie kennenzulernen: Heute erscheint „Kein unbeschriebenes Blatt“, das erste Album, das Diane ganz auf eigene Verantwortung produzierte, unterstützt auch von zahlreichen Fans über die Plattform Pledge Music.

Diane ist eine Singer-Songwriterin im besten Sinne des Genres. Ihre Texte sind authentisch und voller Poesie, verpackt in wunderbare Melodien und vielseitige akustische Arrangements und vorgetragen mit einer unspektakulären, aber Gänsehaut erzeugenden Stimme. Sie sagt von sich selbst, dass sie Musik schreiben möchte, die dem Alltag Sinn gibt, und das funktioniert perfekt, weil man in ihren Songs eigene Erlebnisse wiederfindet. Das sind mal unbeschwerte Glücksmomente wie in „So und nicht anders“, „Fast zu schön, um wahr zu sein“ oder dem ihrem Sohn Gustav gewidmeten „Immer schon ein Teil von mir“ – aber auch Krisen wie das unausweichliche Ende einer Beziehung in „Zehntausend Meter freier Fall“ und sogar die Auseinandersetzung mit dem Tod in „Wie klingt das letzte Lied?“

Stilistisch mischt Diane den typischen Songwriter-Sound mit einer guten Portion Country-Feeling, etwa bei der mitreißenden ersten Single „Sieben Leben“ oder dem nachdenklichen „Tief“. Rhythmisches Piano und knackige Bläser-Sätze prägen „Seltsam Still“ und „Hand aufs Herz“ rockt mit E-Gitarren und Schlagzeug. Ganz ruhig wird es bei den sehr philosophischen und ein wenig rätselhaften Balladen „Solange Wie“ und „Weltweit“, und auch ein Duett ist mit dabei – „Ein Zimmer in Berlin“, das Diane gemeinsam mit Matthias Schrei alias Die Blockflöte des Todes geschrieben und eingespielt hat.

Zum äußerst positiven Gesamteindruck von „Kein unbeschriebenes Blatt“ trägt auch das ausführliche Booklet mit dem schön verspielten Artwork bei. Ein rundum überzeugendes Album also und eine dringende Empfehlung für alle Fans von handgemachter und ehrlicher deutschsprachiger Musik!