Diamond Rugs – die man auf der Stelle live sehen möchte

VERÖFFENTLICHUNG» 29.03.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Eine Superband ist eine Band, deren Mitglieder sich aus anderen Bands zusammenschließen, auch wenn es nur für kurze Zeit sein mag.Die Idee einer Superband führt zu Kneipenspielen, bei denen man Freunde und Kollegen gut einschätzen lernt – wer wäre denn in deiner Superband? Und warum?

Bei den Diamond Rugs, die letzte Woche ihr erstes selbstbetiteltes Album herausgebracht haben, handelt es sich um genau so ein Projekt. Die Bandmitglieder sollten Kennern der aktuellen Indierock-Szene gut bekannt sein: John McCauley und Robbie Crowell von Deer Tick, Ian Saint Pe von den Black Lips, Steve Berlin von Los Lobos, Hardy Morris von Dead Confederate und Bryan Dufresne von Six Finger Satellite. Sie kamen sich ganz offensichtlich in Bierlaune näher und fanden zusammen. Was dabei herausgekommen ist klingt aber nicht nach Indie – sondern nach RocknRoll und Blues. Auf dem Album verbinden sich die Stärken von jedem einzelnen Bandmitglied und kreieren einen besonderen Moment – immer und immer wieder.

Das Album steigt mit „Hightale“ ein, das in den nächsten Tagen als Single veröffentlicht wird und in den Blogs schon mit „two and a half minutes of music that just doesn’t get made like this anymore“ beschrieben wird. Gleich danach folgt „Gimme a bear“, das englische Radiostationen schon in Heavy Rotation spielen.“Blue Mountains“ ist cool und gleich mitsingbar. Und Titel wie „Call girl Blues“ und „Totally lonely“ erinnert an die sprichwörtlichen alten Zeiten, sind aber so frisch und entspannt, wie man es sich von manch junger Band gar nicht zu wünschen wagt.

Natürlich haben wir hier mit Diamond Rugs keine ernstzunehmende Band, die die Musik neu erfinden wird. Die nehmen sich selbst nicht so ernst (das sieht man schon daran, dass auf diesem im März erscheinenden Album auch ein Weihnachtslied ist). Das Album ist albern, aber gut. Mit Ecken und Kanten. Diamond Rugs macht Spaß und man möchte sofort Bier trinken und tanzen gehen, wenn man es hört. Das sind schöne knodderige Kneipensongs, von denen man sich nicht mehr wünschen kann. Und wenn man schon da ist, kann man ja gleich das Spiel mit der Superband wieder aufnehmen. Wer ist denn als nächstes dran?

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