Die Berlin Comedian Harmonists halten das Erbe einer berühmten Band aufrecht

VERÖFFENTLICHUNG» 11.04.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Die Comedian Harmonists waren nur sieben Jahre lang musikalisch aktiv, bevor sie im Zuge des Nationalsozialismus zerschlagen wurden, da einige Ensemble-Mitglieder jüdischer Herkunft waren. In der Zeit von 1928 bis 1935 aber haben sie mit ihren Liedern ein ganzes Genre geprägt und weltweite Begeisterungsstürme hervor gerufen. Sie sangen a cappella – bisweilen per Piano begleitet. Ihre Art des Singens in Close Harmony wird bis heute von den meisten Gesangsgruppen verwendet.

Nach der Auflösung des Sextetts gab es Nachfolgegruppen, die dessen Namen weiter nutzten oder leicht abwandelten. Die Berlin Comedian Harmonists beispielsweise sind seit 1997 aktiv. Hervor gegangen ist die Truppe aus einem Theaterstück namens „Veronika, der Lenz ist da“, das in der Komödie am Kurfüstendamm aufgeführt wurde.

Inzwischen feiern die befrackten Herren ebenfalls Welterfolge mit Klassikern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Wochenend und Sonnenschein“ oder „Veronika, der Lenz ist da“. Sie bereisen die Welt und treten in großen Konzertsälen auf. Mehr als 300 000 Menschen haben allein in Berlin ihre Show gesehen. Es gab bereits einige veröffentlichte Alben – dieser Tage feiern sie allerdings Premiere beim renommierten Label Deutsche Grammophon.

Das Album zeigt die ganze Bandbreite des Ensembles. Mal sentimental, dann wieder frivol und lustig. Arrangements und stimmliche Zusammenarbeit sind hervorragend. Was mich bisweilen etwas stört, ist der instrumentale Schmalz, der mit den Streicherarrangements aufgetragen wird. Mit Piano-Einlagen kann ich leben, weil die im Original ebenfalls Standard waren. Doch wenn eine Band so virtuos und einzigartig a cappella singen kann, sollte sie es auch tun.

„Das Besondere an dieser Musik ist, dass sie jedem gefallen kann“, sagt Holger Off, erster Tenor des Ensembles. „Wir haben Kinder in unseren Konzerten, die die Texte auswendig mitsingen können. Und natürlich auch alte Leute, von denen manche sogar noch die Originale auf der Bühne erlebt haben. Es ist für jeden etwas dabei – man möchte diese Lieder einfach immer wieder hören.“ Dem will ich nichts mehr hinzu fügen.

Tour:

19.04. Fürth, Stadttheater Fürth
20.04. Fürth, Stadttheater Fürth
27.04. Wolfenbüttel, Lessingtheater
28.04. Wolfenbüttel, Lessingtheater
06.05. Viersen, Festhalle
07.05. Pirmasens, Festhalle
11.05. Bedburg, Schloss Bedburg
26.07. Uhingen, Schloss Filseck

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