Die Experimentierfreude der Foals ist ungebremst – „Holy Fire“ startet heiß durch

VERÖFFENTLICHUNG» 08.02.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Es ist soweit – die Fohlen aus Oxford legen ihr drittes Album vor. Mit zwei Top-10-Alben im Gepäck stehen die Vorzeichen gut, die Musikwelt mal wieder auf den Kopf zu stellen. Der Sound des Erstlings („Antidotes“, 2008) war innovativ und experimentell. So lud die Mischung aus 80er New Wave und Synthiesounds gepaart mit eingängigen Pop-Elementen zu einer Klangreise ein, die sich nicht auf einzelne Songs beschränkte sondern das Album als großes Ganzes wirken ließ. Dieses Kunststück gelang der Band mit „Total Life Forever“ erneut. Sie legten sogar noch eine Schippe drauf und versuchten sich in ganz neuen Soundgemälden und Tüfteleien.

„Holy Fire“ ist schwerer als alles, was die Briten bisher geschrieben haben – und doch ungemein tanzbar. Man hört den Einfluss des Produzentenduos Flood & Moulder, die schon mit den Smashing Pumpkins und The Killers gearbeitet haben. Nach einem lautmalerischen „Prelude“ können wir uns so auf das starke Musikstück „Inhaler“ freuen – ganz durchdrungen von hartem Elektrosound. Danach wird’s aber luftiger. „My Number“ und „Bad Habit“ sind optimistische, melodische Dancefloor-Songs für die Studentendisco.

„Everytime“ bringt ein 80er-Jahre-Element in die Songs und unterbricht für kurze Zeit die Gratwanderung zwischen Indierock und Britpop. Das ist ihr großes Plus: immer mal wieder neue stilistische Mittel in die Alben mit aufzunehmen. Danach folgt der Übergang zu melancholischen Klängen in Form von „Late Night“. Die verklärte Stimme von Yannis Philippakis dringt dabei tief ein und macht Lust auf mehr. Sehr gefällig sind auch das rhythmische Klanggerüst von „Out Of The Woods“ und „Stepson“ – vor allem die damit verbundenen fremdländischen Klänge. Die psychedelischen Einlagen wie zum Abschluss von „Providence“ dürften sich langsam aber sicher zum Markenzeichen der Band entwickeln.

Alles in allem bieten uns die Foals auch 2013 ein sehr eigenwilliges Album und gehen ihren Weg unbeirrt fort. Wo Mando Diao momentan auf der Stelle treten und sich in Eigenwilligkeiten verlieren, ist die Experimentierfreude der Foals ungebremst und ein Beleg dafür, dass auch solche Sound-Entwürfe für die breite Masse funktionieren. Weiter so!