Die ganze Welt singt „Hallelujah“ – er konnte es am besten: Jeff Buckley live

VERÖFFENTLICHUNG» 28.03.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Momentan ist der Song „Hallelujah“ wieder in aller Munde, weil ein sangesgewaltiger Priester ihn auf einer Hochzeit interpretierte und damit zum YouTube-Star avancierte. Die Geschichte ist alt: Leonard Cohen sang das Stück 1984 zum ersten Mal, mehrere Dutzend Künstler haben es seither gecovert. Zwei der bekanntesten Versionen stammen von den Songwritern Rufus Wainwright und Jeff Buckley. Die britische Musikpresse, die gerne Listen und Rangfolgen für alles Mögliche zusammenstellt, preist „Hallelujah“ regelmäßig als eines der besten Lieder aller Zeiten. Allerdings geht es dabei meist nicht um das Original von Cohen, sondern um die Interpretation von Buckley, die nach Meinung vieler Kritiker noch besser ist – und dem möchte ich ebenfalls zustimmen. Seine emotionale Darstellung ist einfach unübertroffen.

Leider wurde der Singer / Songwriter aus Memphis nur 30 Jahre alt. Seine Vita ist tragisch. Jeffs Vater starb in jungen Jahren aufgrund Drogenmissbrauchs. Jeff hingegen soll der Legende nach zu einem Led Zeppelin-Song voll bekleidet Schwimmen gegangen und dabei ertrunken sein. Er hat nur ein einziges Studioalbum („Grace“ im Jahr 1994) veröffentlicht. Posthum erschien aber noch viel Material aus seiner Feder, vor allem Liveveröffentlichungen.

Die vorliegende CD enthält eine bisher unveröffentlichte Radioübertragung vom Oktober 1992, live ausgestrahlt durch den Radiosender WFMU-FM vom Upsala College, New Jersey. Die meisten Titel sind Coverversionen, doch zwei Stücke („Eternal Life“ und „Unforgiven“) stammen von ihm selbst. Darüber hinaus hören wir Stücke von Van Morrison, Bob Dylan und Elton John. Abgeschlossen wird der Set durch zwei Traditionals, die unterschiedlicher nicht sein könnten: den „Drink’s Song“ und das religiöse A-cappella-Arrangement „Corpus Christi Carol“. Buckley singt sanft und emotional. Besonders die hohen Töne des Abschluss-Tracks sind sehr bewegend und zeigen seine enormen stimmlichen Qualitäten.

Die Aufnahme ist okay und es durchaus wert, veröffentlicht zu werden. Ein leichtes Rauschen ab und zu, aber durchweg anhörbar. Track 5 bildet ein 9minütiges Interview. Insgesamt ein netter Release, der das Erbe eines wundervollen Künstlers am Leben erhält.

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