Die Jagd ist eröffnet: Linkin Park – „The Hunting Party“

VERÖFFENTLICHUNG» 13.06.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Dass Linkin Park den Härtegrad mal wieder ordentlich nach oben geschraubt haben, durften Besucher von Rock am Ring bereits vor einigen Tagen feststellen. Dort hat die Band deutlich den Laden zerlegt und sich von ihrer besten Seite gezeigt. Erste Anzeichen für die neue zornige Seite gab es bereits mit den Singles „Guilty All The Same“ und „Until It’s Gone“. Solch knallharte, kompromisslose Songs hat man von den Kaliforniern schon lange nicht mehr gehört. Und das Beste ist: Das ganze Album „The Hunting Party“ führt diesen Stil gnadenlos fort.

Im Interview mit dem amerikanischen Rolling Stone berichtete Mike Shinoda, wie er vergangenes Jahr mit den Vorbereitungen für das neue Album begann – und plötzlich eine schlagende Erkenntnis hatte, die zu diesem Vorsatz führte: „Wir müssen eine Menge von dem soften, emomäßigen Ansatz ausjäten, sowie alles, was sich aggressiv anfühlt, nur um aggressiv zu sein. Wir sind keine 18-jährigen Kids, die ein lautes Album machen. Wir sind 37-jährige Erwachsene, die ein lautes Album machen. Und was uns heute ärgerlich macht, ist etwas anderes als das, was uns früher ärgerlich machte.“

Da scheint sich einiges aufgestaut zu haben, denn das sechste Album von Linkin Park ist durch und durch laut. Aggressionsgeladene Verstärkung hat sich Shinoda zudem mit ins Boot geholt und wartet mit Page Hamilton (Helmet), Daron Malakian (System Of A Down) und ganz stark mit Tom Morello (Rage Against The Machine) auf. Ein nettes Stelldichein, das sich hier von Song zu Song zieht. Ruhige Momente gibt es höchstens mal als Kontrast, um den nächsten Ausbruch umso spektakulärer klingen zu lassen. Diese Authentizität steht den Nu Metal-Heroen gut zu Gesicht.

Meine Highlights sind der verspielte Opener „Keys To The Kingdom“ mit seinen illustrierenden Momenten, der fulminante Rap auf „Wastelands“ und die progressiven Klänge von „Drawbar“. Der Rausschmeißer „A Line In The Sand“ startet als Trugschluss mit sanften Klängen, haut dann aber nochmal voller Dynamik rein. So kann man guten Gewissens sagen, dass Linkin Park hier ein hervorragendes neues Album abgeliefert haben, das vom ersten bis zum letzten Ton zu begeistern weiß.

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