Die kanadischen Alternative Rocker Arkells präsentieren ihr zweites Album „Michigan Left“

VERÖFFENTLICHUNG» 15.02.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Das 2006 gegründete kanadische Quintett Arkells aus Ontario, Kanada hat sich bereits mit dem erfolgreichen Support der Billy Talent -Tour 2012 in Deutschland einen Namen machen können. In ihrem Heimatland Kanada heimsten Sie schon 2010 den Juno Award für die beste „New Group of the Year“ ein und sicherten sich im vergangenen Jahr dann den Award in der Kategorie „Group of the Year“. Jetzt präsentieren Sie nach ihrem frühen Debüt  „Jackson Square“ endlich auch in Deutschland ihren zweiten Longplayer „Michigan Left“, welcher in Kanada schon 2011 released wurde und sich mit „Whistleblower“ ganz oben in den kanadischen Alternative- und Rock-Charts platzierte.

Während der Sound der fünfköpfigen Band um Frontmann und Sänger Max Kerman, Gitarrist Mike DeAngelis, Keyboarder und Gitarrist Anthony Carone, Bassist Nick Dika und Schlagzeuger Tim Oxford in ihrem Debütalbum noch soulige Südstaaten-Einflüsse aufweist, ist ihr aktueller Longplayer ganz offensichtlich mehr von den Klassikern der 80-iger Jahre geprägt, die sich mit einer gesunden Prise Pop versehen schnell in unsere Gehörgänge brennen.

Schon der Opener „Book Club“ oder auch „Coffee“ erinnern mit ihren melodisch beschwingten Gitarren- und Synthiesounds, sowie der gesamten Gesangslinie an die guten alten Fleetwood Mac und Daryll Hall & John Oates Zeiten. Stimmungsvolle Refrains mit immer wiederkehrenden „A-a-aaah´s“, „Oooh´s“ und „Uuuh´s“ dürften die Radiotauglichkeit außer Frage stellen, wobei durch deren Häufigkeit schon ein leichter Geschmack von Mainstream aufkommt. Die flott durchlaufende rhythmische Snare lässt die Tanzfüße zu dem Motown-Flair versprühenden „Where U Goin‘ “ nicht mehr stillstehen. Arkells Vorliebe für Bruce Springsteen ist in „On Paper“ oder „One Foot Out The Door“ sowohl im Songaufbau als auch in der Rhythmik unverkennbar, vielleicht schon fast zu offensichtlich. „Michigan Left“ fällt positiv aus der Retro-Schiene heraus und hat mich direkt beim ersten Hören an die erfreuliche Experimentierfreudigkeit von Vampire Weekend erinnert. Sich immer wiederholende, melodisch eingängige Hooklines charakterisieren den Sound von „Bloodlines“, durch deren Gleichförmigkeit der Song aber auch ein wenig am Hörer „vorbeiläuft“. Die stärksten Songs sind klar die energetisch geladenen Rock-Songs wie „Whistleblower“ und „On Paper“, spannungsreich und mit Ohrmwurmqualität, ohne dabei zu soft und poppig zu sein.

Textlich geht es der fünfköpfigen Band aus Hamilton/Kanada hauptsächlich um die alltäglichen Dinge oder Orte, die der Band persönlich viel bedeuten. So wählten Sie als Bandname die Straße, in der sie zu Studienzeiten wohnten und beschreiben neben Themen rund um Freundschaft und Beziehungen auch erlebte Geschichten aus ihrer Heimat.

Arkells vereinen in ihrem aktuellen Album mehrere stilistische Ideen und bieten uns eine abwechslungsreiche Mischung aus 80-er Melodien, Motown-Sounds und dem Arkells-typischen Rocksound, der auch schon auf dem Debütalbum zu hören war. Für eine Top-Bewertung reicht es für „Michigan Left“ aufgrund des angelegten Mainstreamcharakters nicht ganz aus, auch ist das Album mit mageren zehn Songs eher ein kurzes Vergnügen. Dennoch ist es ein rundum gelungenes Album, dessen Stimmung vorrangig durch die Vintage-Inspiration geprägt ist.

Mit dem Video „Where U Goin‘ “ könnt ihr Euch hier  schon mal in den Sound von „Michigan Left“ reinhören, es lohnt sich!

Konzerttermine Arkells im April 2013:

  • 03.04.2013    Hamburg – Molotow
  • 04.04.2013    Berlin – Magnet
  • 05.04.2013    Dresden – Beatpol
  • 06.04.2013    Münster – Gleis 22
  • 07.04.2013    Köln – Luxor
  • 09.04.2013    Frankfurt – Nachtleben
  • 10.04.2013    Stuttgart – Universum