Die Killerpilze und ihr Weg ins Licht: „Grell“

VERÖFFENTLICHUNG» 01.03.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Das fünfte Album der Killerpilze trägt den Titel „Grell“ – und es ist mal wieder ein Neuanfang geworden. Kaum einer anderen Band im Deutschrock-Gewerbe hat man über die Jahre angemerkt, wie Bandmitglieder und auch treue Zuhörerschaft älter geworden sind. Was als spritzige, fast noch kindliche Punkband begann, näherte sich über die Jahre immer mehr dem Zeitgeist deutschsprachiger Bands wie Revolverheld an. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, denn noch nie klangen sie Johannes Strate & Co. ähnlicher. Und: Das muss natürlich kein Nachteil sein!

Jo, Fabian und Max stellen der Öffentlichkeit die Killerpilze mit Mitte 20 vor. Der Bandname passt vielleicht nicht mehr so ganz zu der Truppe, doch damit müssen sie wohl leben. Die Gesangslinien sind sauberer geworden,  die Arrangements melodischer. Vor allem die abschließende Trilogie „Himmel“ zeigt eine ganz neue, nachdenkliche Seite des Trios. Inklusive melancholischem Vorspiel. Ein Highlight des Albums, das als Appendix an die übrigen Songs angehängt ist und vielleicht in Richtung Zukunft weist.

Ansonsten müssen Fans aber nicht auf die Pauken und Raketen der Anfangszeit verzichten. Zumindest musikalisch erkennt man die Wurzeln im Punk, bekommt Uptempo-Nummern und starke tanzbare Songs geboten. Textlich allerdings geht es ans Eingemachte. Poesie statt Fun. Da ist plötzlich Seele in den Texten und das Trio wirft nach elf aufregenden Jahren einen entspannten Blick auf die Gegenwart. „Die Stadt klingt immer noch nach uns“, „Erster Zug nach Paris“, „Sommerregen“ – Lieder vom Aufbruch an neue Ufer. Oder auch Kritisches wie „Studieren“. Zum Abtanzen bleiben einzelne Stücke wie „Atomic“.

Damit haben die Killerpilze den Sprung in den Mainstream erwachsener Popmusik geschafft – und das meine ich durchaus positiv. Wenn nur dieser Bandname nicht wäre…