Die musikalische Leichtigkeit hat einen Namen: „Phosphorescent Harvest“ von Chris Robinson Brotherhood

VERÖFFENTLICHUNG» 02.05.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Der Name Chris Robinson sollte ein Begriff sein. Als Frontmann der legendären Black Crowes sorgt der 47-Jährige seit den Zeiten von „Shake Your Money Maker“ im Spannungsfeld zwischen Blues, Rock und Soul für ein gutes Album nach dem anderen. Als die Black Crowes 2010 eine künstlerische Pause einlegten, gründete er zusammen mit Neal Casal an der Gitarre, Keyboarder Adam MacDougall, Schlagzeuger George Sluppick und Mark Dutton am Bass die Chris Robinson Brotherhood. Mit dem Doppelpack „Big Moon Ritual“ und „The Magic Door“ sowie dem 4-fach Vinylset „Betty’s S.F. Blends Vol. 1“ veröffentlichte das Quintett seitdem ausnahmslos grandiose Musik. Ich persönlich würde sie als Psychedelic Rock bezeichnen, jedenfalls erinnert sie in ihrer Mischung aus Experimentierfreude und amerikanischer Folkrockmusik nicht selten an die alten Meister Grateful Dead. Jetzt folgt „Phosphorescent Harvest“, das dritte vollwertige Studioalbum der Chris Robinson Brotherhood, und um es vorweg zu nehmen, es ist keinen Deut schlechter als alle seine Vorgänger.

Auf „Phosphorescent Harvest“ gibt es elf neue Songs zu hören. Viele von ihnen wurden bereits live angetestet. Die Vinylversion erscheint sogar mit einer Bonus-7″ inklusive eines weiteren Tracks („Star Crossed Lonely Sailor“). Außer „Tornado“ und „Jump The Turnstiles“ stammen alle Stücke aus der Feder von Chris Robinson und Neal Casal und die beiden haben mal wieder grossartige Arbeit geleistet. Euch erwarten unglaublich relaxte 76 Minuten. Legt einfach die Beine hoch und lasst euch auf einem Floß durch die Flüsse von Georgia treiben.

Der Opener „Shore Power“ lässt dabei noch nicht unbedingt erahnen, mit welcher Leichtigkeit und Souveränität hier musiziert wird. Er ist eher ein wild-fröhlicher Bluesritt, der zwischendurch ins Chaos abdriftet. Doch spätestens beim melancholischen „About A Stranger“ hat man dann erstmals dieses wohlvertraute Gänsehautgefühl zu Chris Robinson’s Krächzstimme. Wir begleiten die Band durch diverse Saloons („Meanwhile In The Gods…“) und tanzen Good Old Rock’n’Roll („Beggar’s Moon“). Zwischendurch gibt es mit dem Doppel aus „Clear Blue Sky“ und „The Good Doctor“ eine Lehrstunde in Sachen Country, die sich irgendwann in wabernden Soundsphären verliert. Zum Abschluss liegen wir uns dann beim schmerzhaft-schönen „Burn Slow“ alle heulend in den Armen, bevor der spacig-schräge und instrumentale Bonustrack „Humboldt Windchimes“ die Welt mit seinen Blubberblasen und Kuhglocken wieder bunt macht.

Die Vision seiner Brotherhood bringt Chris Robinson so auf den Punkt: „I’m not going to have hit records. I don’t write pop songs. But then again, I find a deep need to express myself and how I’m feeling and where I am and where I’ve been and where I’m going by writing songs. Why change something to make it easier for anyone else, when I think if we stay sincere and keep our energies in a real creative place, then people will wander into our small community, and it maybe would get more popular“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Außer einer Maximalwertung!

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