Die neuseeländische Sängerin Kimbra veröffentlicht nach Gotye Duett Debüt Album „Vows“

VERÖFFENTLICHUNG» 20.07.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Die neuseeländische Sängerin  Kimbra hat es in Europa bereits zu einiger Berühmtheit gebracht, und zwar als Duettpartnerin von Gotye in dessen unglaublicher Hitsingle „Somebody That I Used To Know“. Ihre gesanglichen Qualitäten hat sie damit schon unter Beweis gestellt. Auf ihrem Debüt „Vows“ entfaltet sie nun ihren eigenen musikalischen Kosmos.

Eines wird von Anfang an klar – Kimbra hat ihren ganz eigenen Stil, der sich nicht in eine Schublade packen lässt. Der Opener „Settle Down“ etwa fasziniert mit seiner vielschichtigen und größtenteils gesungenen Begleitung, „Something In The Way You Are“ mit seinem subtilen Rhythmen und „Old Flame“ mit seiner dichten Atmosphäre. „Cameo Lover“ überzeugt mit tanzbaren Beats, „Good Intent“ mit verspieltem Groove und sarkastischem Text, und das melancholische „Plain Gold Ring“ baut sich über einem einfachen Loop zu einem unglaublich komplexen und eindringlichen Sound auf, um dann wieder ganz schlicht zu enden.

Kimbras Stimme reicht nicht nur über mehrere Oktaven, sie setzt sie auch unglaublich vielseitig ein. Ob warmer Soul in „Two Way Street“, rotziger Power-Pop in „Come Into My Head“ oder elfenhafte Höhen in „Sally I Can See You“ – die Sängerin beherrscht wirklich alle Facetten. Und so gleicht ihr Debüt in mehr als einer Hinsicht einem vielschichtigen musikalischen Kosmos, der sich nach und nach erschließt. Manche Songs gehen direkt ins Ohr, andere wie „Home“ oder „The Build Up“ sind weniger eingängig und offenbaren erst allmählich ihre Schönheit und inhaltliche Tiefe.

Wer den Zauber von „Vows“ nicht zerstören will, sollte allerdings vor dem Bonustrack „Warriors“ auf die Stopptaste drücken. Denn der gemeinsam mit Mark Foster und A-Trak performte Dance-Titel ist im Vergleich zum Rest des Albums doch enttäuschend simpel gestrickt. Ansonsten ist Kimbras Debüt aber rundum gelungen und eine Empfehlung für alle, die ein bisschen mehr als Mainstream-Pop wollen.