Die „Original Album Classics“ werden mit neuer Staffel fortgesetzt. Unter anderem dabei: Ulla Meinecke und Klaus Hoffmann

VERÖFFENTLICHUNG» 29.03.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST» , , , , , , ,
LABEL»
  bei Amazon bestellen

Die im Herbst 2008 von Sony Music gestartete CD-Serie „Original Album Classics“ avancierte zu einem Erfolgsmodell. Von den 3- bzw. 5-CD-Sets wurden seither mehr als 700.000 Mini-Boxen verkauft. Für Sammler und Musikinteressierte bieten die Sets ein höchst interessantes Angebot. Neben Klassikern aus dem Repertoire des Labels ist die Serie auch eine Schatzkiste für lange nicht mehr aufgelegte Alben und Raritäten. Einige Titel aus dem ursprünglichen Repertoire sind bereits vergriffen – und sind mittlerweile gesuchte Raritäten. Der Katalog umfasst im Moment knapp 200 Veröffentlichungen aus den Segmenten Rock, Pop, Jazz und Klassik.

Die neue Staffel enthält eine Reihe von 5-CD-Boxen: Joe Satriani, Dave Edmunds, Brad Paisley, Gipsy Kings, Bay City Rollers, Klaus Hoffmann, Jazzkantine und Ulla Meinecke sind vertreten. Ich will mich an dieser Stelle mal den beiden deutschen Künstlern widmen, die zum Besten gehören, was die 80er Jahre hierzulande zu bieten hatten.

Ulla Meinecke, eine der ersten Vertreterinnen ernsthafter deutschsprachiger Popmusik, hat folgende CDs im Koffer: „Überdosis Großstadt“ (1980), „Nächtelang“ (1981), „Wenn schon nicht für immer, dann wenigstens für ewig“ (1983), „Erstmal gucken, dann mal sehen“ (1988) und „An“ (1994). Ihr Auftreten im Dunstkreis von Udo Lindenberg und ihre Zusammenarbeit mit Spliff sind legendär. Doch ganz besonders in Erinnerung geblieben ist der Titel „Die Tänzerin“ aus dem Jahr 1983, den sie zusammen mit Edo Zanki geschrieben hat. Ein Song, der in seiner atmosphärischen und stimmungsvollen Ausrichtung Maßstäbe gesetzt hat.

88765475612_Schuber_Meinecke.indd

Liedermacher Klaus Hoffmann ist zwei Jährchen älter und hat seit 1975 eine ganze Armada von CDs veröffentlicht. Im vorliegenden Paket finden sich „Veränderungen“ (1982), „Ciao Bella“ (1983), „Morjen Berlin“ (1985) und das Doppel-Live-Album „Wenn ich sing (live)“ (1986). Seine Beziehung zur Stadt Berlin spielt in vielen Songs eine große Rolle. Und da gerade die Alben aus 1982 und 1983 auf den bekannten Portalen zu Horrorpreisen gehandelt werden, ist es sehr angenehm, diesen Neu-Release zu bekommen. Die Relevanz des Live-Albums steht ohnehin außer Frage. Hier bietet Klaus Hoffmann eine Bestandsaufnahme seines musikalischen Schaffens in den 80er Jahren. Vom Chanson bis zum Rocksong – ein starkes Stück Musik.

Alle enthaltenen Alben werden in so genannten „Cardboard-Sleeves“ als Mini Vinyl Replicas mit den Originalcovern angeboten. Die Serie präsentiert sich in einem einheitlichen Look mit großem Künstler-/Bandfoto und kleinen Cover-Abbildungen auf der Vorderseite der Box. Wendet man die Box, so sind dort die Cover-Abbildungen der enthaltenen Alben mit der jeweiligen Titelliste zu finden. Leider keine Booklets, aber bei dem Preis sollte man nicht meckern.