Die Rainbirds neu formiert – das Album „Yonder“ bietet ungewöhnliche Arrangements für altbekannte Songs

VERÖFFENTLICHUNG» 02.05.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Ich gebe zu: Ich war schon etwas enttäuscht als ich das neue Album der Rainbirds in Händen hielt, denn natürlich habe ich (wie viele Fans) auf neue Songs der Band um Katharina Franck gehofft. Jetzt hat sich das Ganze vorerst etwas relativiert. „Yonder“ ist in erster Linie eine Art Best-of-Compilation mit zwei bisher unveröffentlichten Stücken. Auch die Besetzung der Band hat nichts mit den alten Rainbirds gemein, da von der ursprünglichen Mannschaft nur Frontfrau Katharina mit dabei ist. Trotzdem bin ich inzwischen begeistert.

Es gab nur wenige deutsche Bands in den Achtzigern, die einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen haben. Die Rainbirds aus Berlin konnte man leicht auf ihren Hit „Blueprint“ reduzieren und das wär’s dann gewesen. One-Hit-Wonder, keine nennenswerte Nachfolgesingle. Aber halt. Da war die wunderbare Stimme von Katharina Franck, die mir auch ein Vierteljahrhundert später noch nachhaltig im Ohr klingt. Daran ändert auch die neue Herangehensweise nichts. „Blueprint“ beispielsweise hat in der aktuellen Version ein elektronisches Outfit mit viel Drive bekommen. Gewöhnungsbedürftig, aber absolut okay.

Katharina Franck wandelt seit anderthalb Jahrzehnten erfolgreich auf Solopfaden, den Blick konsequent nach vorn gerichtet. Mit dem Club der Toten Dichter oder ihren Gesprochenen Popsongs, um nur zwei ihrer späteren Projekte zu nennen, fand sie unentwegt neue Herausforderungen. Sie erfand sich als Künstlerin immer wieder neu. Jetzt hat sie sich mit Cultured Pearls-Drummer Bela Brauckmann und dem umtriebigen Elektronik-Musiker Gunter Papperitz zusammen getan, der unter anderem für Peter Fox und Miss Platinum arrangiert und komponiert.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist eine Reihe zeitloser Klassiker im neuen Gewand. „Love Was Already There To Be Found“ im rhythmischen Klanggerüst mit rockigen Tönen, „Love Is A Better World“ als sphärische Ballade, noch eindringlicher als das Original, und „Seven Compartments“ voller Synthiepop-Raffinessen.

Die neu formierten Rainbirds laden zu einer Entdeckungsreise ein und führen den Hörer auf den Weg, um die altbewährten Titel neu zu entdecken. Nachdem kürzlich das Debütalbum in einer Deluxe Edition erschien, ist „Yonder“ die intelligente Fortführung der Bandgeschichte. Das Album erscheint im Digipack ohne Booklet und die Infos beschränken sich auf einige Hinweise zu den Remixen. Die Vergangenheitsbewältigung ist geglückt – jetzt freuen wir uns auf neue Songs. Hoffentlich bald.

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