Die Segel werden neu gehisst – ITCHY POOPZKID und ihr fünftes Album „Ports & Chords“

VERÖFFENTLICHUNG» 25.01.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Sie begannen mal als Schülerband unter dem Namen Nutella. 2001 benannten sie sich in Itchy Poopzkid um, was den Grad an Seriosität nicht gerade erhöhte. Ist auch nicht nötig bei einer dreiköpfigen Punkband. Da regiert auf der Bühne nur eins: der Spaß! So sind die bisherigen vier Alben auch allesamt authentische Punk-Platten mit modernen Elementen. Das so etwas ausgerechnet aus Deutschland kommt, lässt doch hoffen.

Der fünfte Longplayer „Ports & Chords“ hat mal wieder ein ausgesprochen kunstvolles Cover zu bieten. Ein Symbol aus Anker und Notenschlüssel. Sind die drei etwa zur Shanty-Musik übergelaufen? Das wäre ja, als würde Heino Punk singen. Unvorstellbar. Aber es gibt tatsächlich den Track „The Pirate Song“ bei dem sich Sibby, Panzer und Max von Guido Knollmann (Donots) unterstützen lassen. Ein hymnischer Song im Irish-Folk-Style, der zum Mitgrölen einlädt.

Ansonsten aber bleibt alles beim Alten. Zum Start gibt es „We Say So“ als dreckigen Opener mit Ohrwurm-Charakter. Textlich ohne große Aussage, aber zur Einstimmung perfekt. „Tonight“ funktioniert als vom Schlagzeug nach vorn gepeitschter Lovesong. Noch keine Ballade, aber fast. Die kommt dann schließlich mit „I Believe“, das die melancholische Geschichte eines Menschen erzählt, der alle Brücken hinter sich abbricht um neu zu beginnen. Eine schöne Single-Auskopplung.

Weiter geht es mit „Get Up Get Down“, einem Punksong mit viel Text, der zur Stadionhymne werden könnte. Dann nochmal ein Folksong – akustisch und ziemlich selbstironisch: „Things I Would Love To Have Said“. Wo die Gitarre schon so schön mitspielt, gibt es im Anschluss „Dying For A Six-String“ und das düstere, fast schon aggressive „Thou Shalt Not Be Slow“ mit viel Bass und absolut starkem Refrain.

Als weiteres Feature wirkt bei „She Said“ Charlotte Cooper von The Subways mit. Ein glänzendes Duett, in dem sich zwei Stimmen zu Höchstleistungen puschen. Den melodischen Abschluss bilden dann „Take My Hand And Keep Running“ sowie der von vielen erwartete Song „With Heads Held High“, der mit einem Chor endet, für den Tausend Fans den Refrain eingesungen und an die Band geschickt haben. Solche Aktionen bringen doch immer Fun – und das Ergebnis kann sich hören lassen.

Die Jungs bleiben kreativ. Das muss man ihnen lassen. Bei Facebook gibt’s einen coolen Albumplayer – HIER. Ihr dürfte aber auch getrost die Katze im Sack kaufen. Lohnt sich.