Die Söhne Mannheims mit neuen Gesichtern und einem himmlichen fünften Album

VERÖFFENTLICHUNG» 21.02.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Seit der Gründung im Jahr 1995 waren die Söhne Mannheims und ihr Gründungsmitglied Xavier Naidoo untrennbar miteinander verbunden. Xavier ist 1998 mit seinem Debüt deutschlandweit bekannt geworden, er hat juristisch gekämpft, um entgegen seinen Vertragsverpflichtungen mit Moses Pelham auch Alben der Söhne veröffentlichen zu dürfen. Es war eine Herzensangelegenheit. Jetzt ist das Mannheimer Kollektiv plötzlich ohne den Soulman unterwegs. Kann das wirklich sein? Wird es funktionieren? Grund sind – wie von allen Seiten betont wird – keine persönlichen Differenzen, sondern einfach ein zu voller Terminplan auf beiden Seiten. Und man muss sich sowieso fragen, ob die Söhne noch auf ihr einstiges Aushängeschild angewiesen sind. Immerhin hat sich auch Henning Wehland inzwischen medial etabliert und Songwriter wie Florian Sitzmann und Michael Herberger sind längst deutschlandweit ein Begriff.

Das neue Album führt die mystische Idee der bisherigen Veröffentlichungen fort und trägt den Titel „ElyZion“, frei nach der Insel der Seligen aus der griechischen Mythologie. Die Musik bietet weniger Soul, wenn auch andere sanfte Charakterstimmen den Meister problemlos ersetzen können. Insgesamt aber wird eine stärkere Mischung aus Rock, Pop und HipHop geboten. Die auf manchen Alben recht breit gehaltenen Reggae-Elemente fallen diesmal fast vollkommen weg. Ist aber nicht weiter schlimm. Das Ergebnis klingt trotz der breiten Kollektiv-Palette sehr homogen und bietet ein starkes Album mit in die Tiefe gehenden Texten. Das mag daran liegen, dass Xavier als Songwriter und Texter noch vielfältig aktiv war. Zumindest gibt es keinen deutlichen Bruch im musikalischen Geschehen.

Die musikalische Vielfalt bleibt bestehen. „Grosstadt“ vertont das Leben in der Metropole mit harten und kritischen Tönen. „Wenn es um Liebe geht“ bietet als Opener sehr rockige Klänge. Überhaupt stehen die Gitarren stärker im Vordergrund als bei den bisherigen Alben. Ich muss allerdings gestehen, dass ich mich am meisten über die Balladen freue. „Es ist soweit“, „Ich muss raus“ und „Wie du“ – das sind mit ihrer akustischen Ausrichtung Songs nach meinem Geschmack. So wird für jede Fraktion wieder das denkbar beste geboten. Und ehrlich: Im Albumformat vermisse ich Xavier nicht. Könnte aber sein, dass sein Charisma bei Liveauftritten fehlen wird. Das mag die Zukunft zeigen.

[amazonButton]Hier kannst Du „ElyZion“ bestellen[/amazonButton]

Mir liegt die CD/DVD-Version vor. Dort finden sich der englische Bonustrack „Living On The Edge“ und eine Bonus-DVD, die den ganz großen Bogen spannt: Drei Filme geben tiefe Einblicke in die Dynamik der Band (von der Gründung bis zur Entstehung des neuen Albums) und beleuchten in Interviews die Idee hinter jedem einzelnen Song. Das stimmungsvolle Video zu „Wenn es um Liebe geht“ gibt es oben drauf. Erste Tourdaten sind auch am Start. „Wir leisten es gern“ – es kann wieder los gehen:

25.02.2014 – Nürnberg // Löwensaal
26.02.2014 – Graz // Orpheum
28.02.2014 – Wien // Gasometer
01.03.2014 – München // Tonhalle & Kesselhaus
03.03.2014 – Basel // Volkshaus
04.03.2014 – Zürich // x-tra
05.03.2014 – Stuttgart // KKL Hegelsaal
06.03.2014 – Neu-Isenburg // Hugenottenhalle
07.03.2014 – Kassel // Stadthalle
09.03.2014 – Saarbrücken // Garage
10.03.2014 – Mannheim // Rosengarten
11.03.2014 – Köln // E-Werk
12.03.2014 – Bielefeld // Ringlokschuppen
14.03.2014 – Leipzig // Haus Auensee
15.03.2014 – Hamburg // Große Freiheit
16.03.2014 – Bremen // Aladin
18.03.2014 – Hannover // Capitol
19.03.2014 – Berlin // Columbiahalle

[youtube id=“sz3pnUfvTII“ width=“600″ height=“350″]