Die Yeah Yeah Yeahs mit „Mosquito“ zwischen Indie-Rock, Punk und Disco

VERÖFFENTLICHUNG» 12.04.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Die Yeah Yeah Yeahs wurden um die Jahrtausendwende in New York gegründet. Karen Orzolek und Nicholas Zinner sind von Beginn an dabei, Schlagzeuger Brian Chase stieß noch im Gründungsjahr dazu. Eine langlebige Angelegenheit, die schon drei hervorragende Alben hervor gebracht hat. Alle drei Longplayer wurden für einen Grammy nominiert, die Band tourte mit Größen wie The Strokes und The White Stripes und verkaufte weltweit über 1 Millionen Platten. Mit den ersten Alben noch als Retter des Indierock gefeiert kamen vor vier Jahren deutliche Disco-Anleihen hinzu. Diesen Weg geht das Trio nun konsequent weiter: Ein fetter, elektronischer Sound, der vom ersten Song an zu begeistern weiß.

Was man in den vergangenen vier Jahren gemacht hat, wird überdeutlich. Es ging darum, den rotzigen Punk der Anfangstage in die neu gefundene Welt herüber zu retten. Und somit schafft man eine friedliche Koexistenz von Synthesizer und den gewohnt gehaltvollen Gitarrenriffs. Karen sagt über „Mosquito“: „Es geht um positive Gefühle. Wir hoffen, dass die Fans die Platte hören und etwas spüren. Wir haben so viel in die neuen Songs gelegt, es war, als ob eine Strickleiter zu uns in die Tiefe gelassen wird, damit wir hinaufklettern und uns den Staub von den Klamotten klopfen. Ich hoffe, andere werden auch hochklettern. Wir sind sehr aufgeregt, die gute Stimmung zu teilen“.

Das erzeugen von Stimmungen ist das ganz große Plus der Produktion. Da sind die durchgängigen Schienen-Lautmalereien von „Subway“, die Ballade „Despair“, das wummernde „Sacrilege“ inklusive Gospelstimmen und die Rap-Parts von „Buried Alive“ featuring Dr. Octagone. Eine Aneinanderreihung von Klischees oder ein mutiges Durchprobieren unterschiedlichster Klangbilder? Spätestens mit dem extraterrestrischen Spektakel „Area 52“ wird es ganz groß. Alles in allem schaffen die Yeah Yeah Yeahs ein Album, das so grell ist wie das durchgeknallte Cover. Beim ersten Durchlauf noch gewöhnungsbedürftig, doch bei jedem nochmaligen Anhören stärker. Gut so!

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