Django Asül hat den Paradigmenwechsel vollzogen und präsentiert sein neues Programm „Paradigma“ auf CD

VERÖFFENTLICHUNG» 01.02.2013
BEWERTUNG» 6 / 9
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Django Asül ist der türkische Popstar unter den deutschen Kabarettisten. Das hat er in seinen bisherigen fünf Bühnenprogrammen stets aufs Neue bewiesen. Bis 2011 verfügte er noch über einen türkischen Pass. Inzwischen aber ist er waschechter Deutscher, besser gesagt Bayer, und wurde gar von Erwin Huber zum „Botschafter für Niederbayern“ ernannt. Das aktuelle Programm trägt den Titel „Paradigma“ und ist jetzt auch auf CD erhältlich. Django schießt wieder scharf aus der Hüfte, frisch und frech, locker und spontan, aber zielsicher. Er hat auch einen guten Grund, denn der Kabarettist hat mit dem Wechsel der Staatsbürgerschaft einen entscheidenden Paradigmenwechsel vollzogen. Was das heißt, erfahren wir auf seiner neuen CD mit dem schönen griechischen Titel.

Neben der pointierten Abrechnung mit türkischen und deutschen Eigenarten, spielt vor allem die Politik eine herausragende Rolle in Asüls Programm. Die treffsicheren Zoten lesen sich so: Ein Ruck geht durch Deutschland. In Stuttgart haben Bürger verhindert, dass ein Bahnhof gebaut wird. In Berlin haben Politiker verhindert, dass ein Flughafen gebaut wird. Um in München Neubauten zu verhindern, werden nachträglich Fliegerbomben verbuddelt. Das Land zeigt sich aufgebracht, jedoch äußerst flexibel. Es läuft viel schief, aber es läuft wunderbar. Da ist es auch zu verkraften, dass Europa zu einer jämmerlichen Trabantenstadt von Germany geworden ist. Der Kontinent begab sich einst auf die Reise ins Paradies und endete als überschuldeter Zombie. Darum steckt Deutschland seine Energie lieber in die Energiewende. Denn die Bundesregierung hat erkannt: Ein Blackout ist besser als ein Burnout. So werden Politiker aller Couleur bitterböse und gnadenlos durch den Kakao gezogen.

Django Asül bringt sein Programm mit ausgeprägtem niederbayrischem Akzent. Das ist auch auf CD gut verständlich, doch es macht weniger Spaß, als ihn live zu sehen oder zumindest auf DVD. Fans werden sich ganz sicher die CD zulegen, um dem „Tausendsassa der Worte“ (so schreibt die Salzgitter-Zeitung) zu lauschen. Wem es nicht so eilig ist, wartet vielleicht auf die DVD-Version, die ganz bestimmt folgen wird.