Dream Theater mit neuem Selbstbewusstsein und ihrem zwölften Studioalbum

VERÖFFENTLICHUNG» 20.09.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Schon mit „A Dramatic Turn Of Events“ ist es Dream Theater gelungen, sich aus den starken Fängen von Mike Portnoy frei zu schwimmen. Es war eine logische Fortsetzung von „Black Clouds And Silver Linings“, einem Album, in welchem düstere Passagen und atmosphärische Elemente eine musikalische Symbiose eingingen wie seit den Glanzzeiten der 90er Jahre nicht mehr. Jetzt aber ist es an der Zeit, neue Wege einzuschlagen – und um ein Zeichen zu setzen, bietet es sich an, das erste selbst betitelte Album auf den Markt zu bringen. Also einfach nur „Dream Theater“, ein in schwarz gehaltenes Cover und das Bandlogo im Mittelpunkt. So bringt man ein neu gewonnenes Selbstbewusstsein zum Ausdruck.

Das Album wird dann auch zum Fest für alle Fans, die vor allem die melodische Seite ihrer Band lieben. Rudess‘ Keyboards nehmen sehr breiten Raum ein und ich fühle mich stark an die Alben aus der Anfangszeit erinnert. Mike Mangini kann endlich aus sich raus gehen, ist es doch das erste Album, in dessen Entstehungsprozess er voll integriert war. So spielt er hörbar befreit auf und hat die großen Fußstapfen längst hinter sich gelassen.

Das Album startet mit der dreiteiligen „False Awakening Suite“, die für einen orchestralen Einstieg wie zu „Scenes From A Memory“-Zeiten sorgt. Dann gibt es mit „The Enemy Inside“ und „The Looking Glass“ zwei Songs, die eine härtere Gangart an den Tag legen und im Fall von „The Looking Glass“ durchaus auch mal im Rockradio laufen dürften. Petruccis Gitarrenarbeit und LaBries Gesang sind in beiden Fällen überaus stark und nehmen sich gegenseitig nicht die Butter vom Brot.

Zum Durchschaufen gibt es „Enigma Machine“. Ich bin zwar kein Freund reiner Instrumentals, aber dieser düstere Ritt durch die technischen Möglichkeiten hat durchaus seinen Reiz und vor allem Mangini kann sich erstmals solo beweisen. Im Anschluss wird es wieder sehr melodisch und „The Bigger Picture“ sowie „Behind The Veil“ erfreuen die Freunde gefälliger Klänge ebenso wie etwas später die Ballade „Along For The Ride“. Dazwischen hat sich der Rocksong „Surrender To Reason“ eingeschmuggelt, der straight daher kommt, aber den Flow des Albums nicht weiter stört.

Zum Ende dann der fast schon obligatorische Longtrack, der alle Proggies mit der Zunge schnalzen lässt. „Illumination Theory“ hat eine orchestrale Grundstruktur, bietet aber darüber hinaus eine 22minütige Darbietung, die alle Facetten der Band aufzeigt und jedem Musiker genug Raum zur Selbstverwirklichung lässt. Ein musikalisches Feuerwerk zum Abschluss, das mit Pianotönen ausklingt.

Das zwölfte Studioalbum der New Yorker Band wird wohl nicht als bestes ihrer Geschichte in die Annalen eingehen, aber es ist trotzdem ein qualitativer Paukenschlag der die Band nach dem Besetzungswechsel als Einheit zeigt und einige innovative Elemente bietet.

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