Eels sind wieder da – „Wonderful, Glorious“ wie eh und je

VERÖFFENTLICHUNG» 01.02.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Nach der fabelhaften Album-Trilogie, die Eels in den Jahren 2009 und 2010 auf den Markt warfen, brauchte Mark Oliver Everett eine kleine Verschnaufpause, doch sie währte nur kurz. Zwei volle Jahre zum Ideensammeln und schon geht es meisterlich weiter. Die Bandbesetzung wechselt ständig – nur Mister E ist auch beim zehnten Album noch derselbe und singt die dreizehn neuen Songs mit gewohnt gedrückter Stimme. Unterstützt wird er von The Chet und P-Boo an den Gitarren, dem Bassisten Koool G Murder und von Knuckles am Schlagwerk. Der Sound ist einmal mehr bombastisch und verführt dazu, die Anlage laut aufzudrehen.

Die stilistischen Wechsel in Eels Musik sind legendär. Erst melancholisch angehaucht, dann tieftraurig mit „Electro-Shock Blues“ Ende der 90er, als seine Schwester Suizid beging und bei der Mutter Krebs diagnostiziert wurde. Danach wurde das Eels-Universum fröhlicher und vor allem sein letztes Werk „Tomorrow Morning“ klang überaus optimistisch. Was dürfen die Fans also nach der Pause von zwei Jahren erwarten? Neue Werke von Eels sind stets ein Überraschungs-Ei.

„Wonderful, Glorious“ hat – wie der Albumtitel vermuten lässt – eine extrovertierte Grundhaltung. Und dann ist da diese unbändige Energie: dominante, gewaltige Basslinien, die eine ganze Albumlänge hindurch die Boxen zum Vibrieren bringen. Die Rückkehr zum Electroblues ist prägend und was ganz neu ist: die Band hat beim Album mitgeschrieben, E ist nach langer Zeit kein Do-it-yourself-man mehr. Und das tut der alten Idee erstaunlich gut.

Die ewigen Konzeptalben gehören zunächst auch der Vergangenheit an. Songs, die einem Thema folgen, unterschiedliche Gefühle beschreiben, ja. Aber kein Erzählen von Geschichten mehr. So kann sich die Stimme des Meisters befreit entfalten. Songs heraus zu greifen fällt schwer. Der funkige Titelsong, der Aufschrei „Bombs Away“, die wundervolle Ballade „The Turnaround“, das starke „Peach Blossom“. Es werden genügend Facetten geboten, wenn auch das Grundgerüst homogen über das komplette Album trägt.

Im Alter von fast 50 Jahren hat der kauzige E mal wieder ein geniales Album vorgelegt. Man darf echt gespannt sein, wie er diese Energie bei den Live-Konzerten auch auf die ruhigen Töne der vergangenen Jahre überträgt. Rund um den runden Geburtstag ist er auf Tour:

EELS live:

  • 07.04. – Hamburg, Große Freiheit 36
  • 08.04. – Berlin, Tempodrom
  • 22.04. – München, Tonhalle