„Ein Abend mit Adoro“ – Live DVD aus der Frankfurter Festhalle

VERÖFFENTLICHUNG» 10.08.2012
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Die Vermischung aus Klassik und Pop ist ein Konzept, das gegenwärtig besonders gut funktioniert. Adya sind ein Beispiel dafür, allerdings hat dieses Best-of-Musikfeuerwerk nichts wirklich Neues bieten. Alte Melodien mit Pepp aufgemotzt. Das gefällt den Massen, ist aber nicht innovativ. Adoro haben da schon eine andere Nische für sich entdeckt. Größter Vorteil: Es wird gesungen. Die fünf haben sich populäre Hits in deutscher Sprache ausgesucht, denen sie mit ihren klassischen Stimmen neues, gefühlvolles Leben einhauchen.

Üppige orchestrale Arrangements, dazu der Gesang von ausgebildeten Stimmen, die ihr Metier perfekt beherrschen. Da findet sich viel Bombast und Pathos. Gegner werden sagen: absolut übertrieben. Ich meine: es könnte schlimmer sein. Die gut ausgebildeten Künstler lassen zum Glück nicht den Opernsänger raushängen (was sie durchaus könnten), sondern singen die Stücke so ein, dass sie stilistisch gut zu den ausgewählten Popsongs passen. Adoro singen häufig mehrstimmig und haben damit schon einen Vorsprung vor manchen Kollegen der seit Jahren grassierenden Tenöre-Inflation. Stimmlich kann ich nur sagen: allererste Sahne.

Als Mitschnitt aus der Festhalle Frankfurt gibt es nun das erste Livealbum der Truppe. Zum einen auf DVD, die ein komplettes Konzert umfasst, und dazu kommt eine Audio-CD mit einer Auswahl von 13 der insgesamt 27 Tracks. Man hat ein 30köpfiges Orchester aufgefahren und überhaupt verstehen sich Adoro auf Selbstinszenierung, seien es im Vordergrund agierende Tänzer oder stilvolle Bilder auf LCD-Leinwand. Das Bühnenbild erinnert manchmal an ein Opernhaus oder eine Kathedrale. Dazu passt der andächtige Vortrag des Quintetts.

Die Setlist umfasst das Repertoire der bisherigen CDs, u.a. auch den einzigen eigenen Song „Liebe meines Lebens“. Zur Auflockerung gibt es auch instrumentale Parts wie die wundervolle „Forest Gump Suite“ als Piano-Solo und Bachs „Suite No.1 Prelude“ von Fany Kammerlander am Cello interpretiert. Also auch Klassik-Fans kommen auf ihre Kosten.

Was immer man von dieser „Klassik für alle“-Welle halten mag: Adoro verstehen sich darauf, eine glanzvolle Show auf die Bühne zu bringen. Das dürfte manchem Deutschrock-Fan graue Haare bescheren, aber dem mehrere Generationen umfassenden Publikum einige emotionale Momente bieten. Jedem das seine.