Erotische Fantasien prägen das Debütalbum von Filthy Boy „Smile Won’t Go Down“

VERÖFFENTLICHUNG» 01.11.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL»
  bei Amazon bestellen

Mit dem Support der Band Palma Violets Anfang des Jahres begann der eigentliche Medienrummel um die vierköpfige Gitarrenband Filthy Boy aus dem Süden Londons. Die englische Musikpresse u.a. NME, Clash und The Fly berichteten bereits alle über diese extravagante neue Band, das Musikmagazin Q bezeichnete sie sogar als die „Indie-Feingeister mit dem Hang zum Skandalösen und Schmutzigen“.

Was die junge Band um die Brüder Paraic (Gesang) und Michael (Bass) mit dem berühmten Nachnamen Morrissey in ihrem allerersten Album „Smile Won’t Go Down“ abliefern strotzt nur so vor Lust und Begierde. Das Cover sagt im Prinzip schon alles: ein lüstern dreinblickender Ken beugt sich über eine entblößte, hingebungsvolle Barbie. Der gerade erst einmal 20-jährige Frontmann erweist sich auf dem Debüt als gekonnter Erzähler, jeder einzelne der elf Songs erzählt eine kleine Geschichte, die mal frech, mal romantisch, und auf der anderen Seite jedoch fast schamlos ungeniert eine äußerst prekäre Stimmung verbreitet. Durch den beachtlichen Bariton-Gesang Morriseys wird dieses Empfinden dann noch weiter verstärkt. Thematisch geht es vor allem um SM, Voyeurismus, Vergewaltigung und Sex-Parties. So handelt „Biggest Fan Ever“ von einem vernarrten Fan, der sein Idol kidnappt und an ihm seine sexuellen Fantasien auslebt, bis die Polizei den Kidnapper erwischt und mit einer Kugel dem Treiben ein Ende bereitet. Auch der Song „Waiting On The Doorstep“ ist nicht minder fantasievoll, in welchem der Protagonist mit ansieht, wie sich seine große Liebe mit allerhand anderen Männern vergnügt während er draußen vor der Tür wartet und nur davon träumt, mit ihr irgendwann allein zu sein oder wenigstens dem Treiben beiwohnen zu können.

Stilistisch bewegt sich Filthy Boy zwischen Indie und Garagenrock, eine Mischung die sich zum einen nach einer bösen Version von Franz Ferdinand anhört, gesanglich schießen einem sofort Parallelen zu FFs Alex Kapranos in den Kopf, und in der zum anderen gerade in den vorwiegend düsteren Songs eine gute Portion Nick Cave spürbar wird. Trotz aller Schwere der Themen ist Filthy Boys Musik mitreißend und läd durchweg zum Tanzen ein. Es ist gut vorstellbar, dass Filthy Boys Songs schon bald die Tanzflächen der Indieclubs füllen werden. Das Debüt der talentierten Briten ist jedenfalls absolut gelungen und es wir sind gespannt, wie sich der zukünftige Weg der Band weiterentwickeln wird.

Filthy Boy Smile That Won’t Go Down hier bestellen!

Und hier gibt es mit „Waiting On The Doorstep“ einen kleinen Vorgeschmack!

[youtube id=z-XT6MTIh-E]

Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Christian Steinberg entstanden.