Falcos „Nachtflug“ und „Out Of The Dark“ als remasterte Neuauflagen mit Bonus-CD

VERÖFFENTLICHUNG» 07.12.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Vor etwas mehr als 20 Jahren unterschrieb Johannes Hölzel, alias FALCO, einen neuen Plattenvertrag bei der Firma EMI und veröffentlichte im September 1992 sein insgesamt 7. Studio-Album „Nachtflug“. Das Album enthält beispielsweise den hervorragenden Titel „Dance Mephisto“. Aber die Vorzeichen waren denkbar schlecht, hatte sich der Künstler doch zuvor für fast sechs Jahre mehr oder weniger aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, nachdem die Europatour zum Album „Wiener Blut“ wegen zu geringer Nachfrage bis auf ein einziges Konzert abgesagt worden war.

Mit dem neuen Werk besann man sich dann auf alte Qualitäten und startete eine kleinere Clubtour, die recht erfolgreich war. Wie Falco selbst im Interview sagte, geschah der Sprung von den Clubs in die Arenen Mitte der 80er zu schnell und man wollte aus einer Art Neuanfang neue Energie schöpfen. Die CD entstand erneut in Zusammenarbeit mit den holländischen Produzenten-Brüdern Rob und Ferdi Bolland und enthielt spannende Songs wie etwa „Monarchy Now“, „Titanic“ oder „Skandal“. Dass ihr nicht der erwünschte Erfolg beschieden war, lag weniger an der musikalischen Qualität, als am Zeitgeist, der Falco aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt hatte.

Das sollte sich einige Jahre später wieder ändern. Im Februar 1998 kam es posthum zu einem grandiosen und zugleich tragischen Comeback des Künstlers. Sein damals neues Album „Out Of The Dark (Into The Light)“ war für den 27. Februar angekündigt und erhielt bereits positive Vorab-Rezensionen. Am 6. Februar – 3 Wochen vor dem großen Veröffentlichungstag – starb FALCO mit 40 Jahren bei einem Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik. Die CD erreichte Platz 3 der Charts und wurde als großartiges Album gefeiert. Insbesondere der Titelsong, das elektronisch-verspielte „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“ und der selbstironische Singlehit „Egoist“ standen für den Erfolg des Albums.

Die bis heute anhaltende Nachfrage für FALCOs Werk zeigt seine künstlerische Einmaligkeit. Die beiden Alben „Nachtflug“ und „Out Of The Dark“ werden nun digital optimiert neu aufgelegt. Sie enthalten jeweils eine Bonus-CD mit zahlreichen Mixversionen. Das ist zwar eine nette Dreingabe, doch ehrlich: Ich habe keine Lust, mir hintereinander sechs Remixe von „Titanic“ oder acht Versionen von „Naked“ anzuhören. Otto Normalhörer zappt da vielleicht einmal durch und lässt es dann bleiben.

Die remasterten Originale allerdings zeigen, dass Falco auch in den 90er Jahren ein ernst zu nehmender Künstler mit hervorragenden Ideen war. Für sich gesehen gehört vor allem „Nachtflug“ zu seinen besten Alben. Ein düsteres Spätwerk mit morbidem Flair.