Faun widmen mit „Luna“ ihr achtes Album dem Mond

VERÖFFENTLICHUNG» 05.09.2014
BEWERTUNG» 5 / 9
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Mittelalterrock ist in – keine Frage. Das martialische Gehabe der Rockbands mit exotischen Instrumenten und Feuershow ist schon längst im Mainstream angekommen. Doch es gibt auch seit jeher Bands, die sich den ruhigeren Klängen zugetan zeigen. Mittelalterpop könnte man so etwas nennen. Pagan Folk ist wohl der korrekte Ausdruck.

Die Band Faun aus Gräfelfing (bei München) gehört zu den Vertretern dieser Zunft. Im vergangenen Jahr machten sie von sich reden, als das Album „Von den Elben“ quasi aus dem Stand heraus Platz 7 der deutschen Charts enterte. Damit wurde der Durchbruch im deutschsprachigen Raum geschafft, was den hartgesottenen Fans keineswegs passte. Probleme, mit denen auch schon Bands wie Unheilig und In Extremo zu kämpfen hatten.

Faun kombinieren romantische und mythische mittelalterliche Musikzitate mit musikalischen Einflüssen der Gegenwart zu modernem deutschsprachigem Folk. Seit 2013 arbeiten Valicon als Produzententeam für Faun. Und das sind Leute, die auch Lena Meyer-Landrut und Silbermond unter ihren Fittichen haben. Kein Wunder, dass die Popschiene stärker ausgeprägt wird.

Nichtsdestotrotz bleibt auch vieles beim Alten. Die sechs Ausnahmekünstler Oliver s. Tyr, Fiona Rüggeberg, Niel Mitra, Stephan Groth, Rüdiger Maul und Katja Moslehner besetzen mit ihrem Pagan Folk ein eigenes musikalisches Feld. Sie nutzen altertümliche Instrumente wie Nyckelharpa, Sackpfeife, Hackbrett und Drehleier. Und die Welt, in die sie uns damit entführen, lädt zum Träumen ein. So ist „Luna“ ein Werk, das von den Mythen des Mondes erzählt. Es gibt viele liebliche Stücke, wahlweise mit weiblichen oder männlichen Vocals.

Auch vor einer Neuvertonung des Gedichts „Abschied“ (Eichendorff) schreckt man nicht zurück. Und damit ist die Grenze zum Volkslied doch deutlich überschritten, wenn man auch nicht die Melodie des ollen Mendelsson-Bartholdy wählt, sondern eine eigene Vertonung mit einbringt.

Das Konzeptalbum erzählt Geschichten zum Mond und seinem Einfluss auf die Menschen. Faun spielen dieses Spiel mit sanften Melodien, einem Fantasy-Artwork, poppigem Ambiente und einer sehr technisierten Herangehensweise. Vielen wird dieses auf Hochglanz polierte Mittelalter-Gehabe sauer aufstoßen. Die Geschichten von Barden und fahrendem Volk verbindet man doch eher mit Ruß und Lagerfeuer, mit Dreck und rauer Härte. Davon ist bei Faun nichts mehr zu spüren. Es ist, als fände das Mittelalter hier in gehobeneren Kreisen statt – im Schloss statt auf der Burg oder im Dorf. Die Melodie zum „Menuett“ passt in diesem Sinne auch besser als die Erzählung „Fahrendes Volk“.

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Die „Deluxe Edition“ bietet übrigens einen elegant aufgemachten Pappschuber und drei Bonustracks. Gespannt darf man auf die Bühnenumsetzung sein. Im nächsten Jahr werden Faun wieder auf eine musikalische Zeitreise gehen und uns mit zum Mond nehmen:

Faun Tour 2015

  • 05.03. Pahlen Eiderlandhalle, Pre-Show
  • 06.03. Kiel, Kieler Schloss
  • 07.03. Hamburg, Laeiszhalle
  • 09.03. Bamberg, Konzerthaus
  • 10.03. Würzburg, CCW
  • 11.03. Bielefeld, Stadthalle
  • 13.03. Hannover, Theater am Aegi
  • 14.03. Halle, G.-F.-Händel-Halle
  • 15.03. Mannheim, Rosengarten
  • 16.03. Stuttgart, Liederhalle
  • 09.04. Cottbus, Stadthalle
  • 10.04. Chemnitz, Stadthalle
  • 11.04. Erfurt, Messe
  • 12.04. Magdeburg, Stadthalle
  • 14.04. Flensburg, Deutsches Haus
  • 15.04. Lübeck, MuK
  • 16.04. Berlin, Tempodrom
  • 18.04. Trier, Europahalle
  • 19.04. Wuppertal, Historische Stadthalle
  • 20.04. Frankfurt, Jahrhunderthalle

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2 Kommentare

  1. Also wenn man keine ahnung von Mittelaltermusik oder eben hier PAGAN FOLK (!!!) hat und zu faul zum recherchieren, kommt man auf diesen Satz
    „Die Geschichten von Barden und fahrendem Volk verbindet man doch eher mit Ruß und Lagerfeuer, mit Dreck und rauer Härte. Davon ist bei Faun nichts mehr zu spüren.“

    Einfach mal etwas suchen, dann findet man auch wieso Faun seit 12 Jahren so klingen wie sie klingen. Das nennt man Stilrichtung Das hier ist nicht Saltatio Mortis!

  2. Richtig Gerd. Und das ist genau das, was ich gesagt habe: Faun klingen nicht wie Saltatio Mortis sondern nach Pop und Folk. Warum also die Aufregung?

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