Filmmusik zu „Bavaria – Traumreise durch Bayern“ von Haindling

VERÖFFENTLICHUNG» 27.07.2012
BEWERTUNG» 6 / 9
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Seit Anfang der 80er Jahre stehen Haindling aus Bayern für eine Neue Volksmusik, die eher in den Bereich des Pop hinein ragt und oft mit Jazz und weltmusikalischen Klängen versetzt ist. Dahinter steckt vor allem der niederbayerische Musiker Hans-Jürgen Buchner, der für fast alle Kompositionen und Texte allein verantwortlich zeichnet. In all den Jahren gab es einige große Hits wie „Du Depp“ (1983) und „Lang scho nimmer g’sehn“ (1984). Das neue Doppelalbum ist kein Haindling-Werk im normalen Sinne, sondern ein Filmmusikprojekt in Zusammenarbeit mit Joseph Vilsmaier.

Der Filmemacher, der mit Kinoerfolgen wie „Die Geschichte vom Brandner Kasper“ und „Comedian Harmonists“ berühmt wurde, hat in der Dokumentation „Bavaria – Traumreise durch Bayern“ eine Liebeserklärung an seine Heimat geschaffen. Ein Blick auf Bayern aus der Luft, von einem Flugzeug aus gefilmt – so zeigt er atemberaubende Landschaften vieler bekannter und weniger bekannter Ecken des Freistaats. Das alles unterlegt mit der Musik von Haindling.

Auf der Doppel-CD zum Film finden sich 41 Kompositionen Buchners. 21 ganz neue Titel, 20 Klassiker der Band (zum Teil neu eingespielt). Insgesamt ist das Ergebnis sehr instrumental-lastig. Was aber auch kein Wunder ist bei einer Filmmusik. CD 1 mit den neuen Songs enthält leichte, luftige, verträumte Stücke. Ganz klassisch mit dem breiten Instrumentarium eingespielt, das Haindling benutzen, vielseitig in den Klängen und doch immer der Heimat nahe. Eine Sammlung, mit der man sich ganz in den Süden Deutschlands träumen und seine Gedanken fliegen lassen kann.

CD 2 enthält dann mehr Stoff für den normalen Haindling-Fan. Eine Art Best-of-Sammlung an Liedern, allerdings nicht die Gassenhauer der 80er Jahre, sondern ausschließlich Songs der folgenden zwei Jahrzehnte. „I hob di g‘seng“, „Prozessionsmusik“, „Ahhh-da bin i dabei“ und „Ich liebe dich Bavaria“ wurden ganz neu eingespielt. Insgesamt ein schöner Rundumschlag durch Buchners Schaffen mit hohem kreativem Potential und viel weniger Humbtata, als man zunächst erwartet hat. Musikalisch wie filmisch zeigt diese Kombination eine filigrane Seite Bayerns, die in der üblichen bodenständigen Darstellung oft zu kurz kommt.

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