Flo Mega: „Mann über Bord“ – weißer Mann mit schwarzer Seele

VERÖFFENTLICHUNG» 24.01.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Florian Bosum alias Flo Mega begann seine Karriere mit HipHop. Spätestens beim Bundesvision Songcontest 2011 überraschte er aber die deutsche Musiklandschaft mit seiner sanften Soulstimme und dem groovenden Song „Zurück“. Auf seinem Debüt „Die wirklich wahren Dinge“ machte er deutlich, dass er diese Qualität auch in Albumlänge halten kann. Und das zudem in deutscher Sprache – Flo Mega ist ein Phänomen.

Das Nachfolgealbum „Mann über Bord“ wartet wieder mit starken Titeln im Retrostil der 60er und 70er Jahre auf. Soul und Funk vom Feinsten. Dabei sah es zeitweise gar nicht so gut aus, denn nach dem Erfolg kam zunächst ein psychischer Absturz, quasi ein musikalischer Burnout. Nur folgerichtig, dass ein Titel des neuen Albums „Hinter dem Burnout“ lautet, was Mut macht („Ich lasse endlich wieder Licht ins Zimmer“) und zudem an Lindenbergs „Hinterm Horizont“ erinnert.

Unterstützt wird der Bremer Sänger von der Berliner Funk- und Soulband The Ruffcats. Ein geniales Zusammenspiel, musikalisch interessant, mit brummendem Rhythmusfundament und überzeugenden Bläserattacken. Ganz im altbewährten Motown-Stil. „Soul II Soul“ als mitreißender Auftakt, die nachdenkliche Ballade „Das Scheißspiel, das sie Liebe nennen“, der hymnische Abschluss „Mann über Bord“ – da stimmt einfach alles. Flo Mega bietet intelligente, gerne auch selbstironische Texte mit viel Wortwitz.

Nach seinem kurzen Tief ist Flo Mega mit viel Selbstbewusstsein wieder da. Vermutlich war es eine kluge Entscheidung, sich für die zweite Platte drei Jahre Zeit zu lassen. Das Ergebnis bietet eine Bandbreite, die ihn zum nächsten wahren Soulman Deutschlands macht. Eine Lücke, die gefüllt werden muss, da sich Jan Delay bekanntermaßen nach Wacken aufmacht.

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