Frankreichs Underground mischt Europa auf – Dagoba mit ihrem neuen Album „Post Mortem Nihil Est“

VERÖFFENTLICHUNG» 14.06.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Frankreichs Underground-Szene hat mit Dagoba eine Metal-Walze, die schon seit 15 Jahren aktiv ist und immer noch zu überzeugen weiß. Dies liegt vor allem an der Vielseitigkeit der Songs, aber auch am Können der Band, die sich immer still zu entwickeln weiß, ohne die gleichen Fehler erneut zu begehen. Mit „Post Mortem Nihil Est“ wurde ein Album geschrieben, das alle Stärken von Dagoba vereint und genau für die Fans gemacht wurde.

Keiner wusste, wie die Reise nach dem Ausstieg von Gitarrist Izakar verlaufen würde. Vielleicht hätten Dagoba ein melodiöses Album wie „Poseidon“ schreiben können, aber die Band setzt 2013 wieder auf schweren Metal, der groovt, treibt und vor allem Biss zeigt.

Die Franzosen verbinden auf ihrem neuen Album, wie immer von ihnen geschätzt, viele Metal-Genres. Es gibt strotzenden New-Metal, der kombiniert wird mit Industrial, dann aber sogar teilweise in extremen Death-Metal verläuft. Neben den harten Elementen wird dennoch versucht, in „Yes, We Die“ die rockigen und balladenartigen Stoffe an den Hörer zu bringen, ohne direkt in poppiges Fahrwasser abzudriften, das Songs zu althergebracht oder ausdrucklos machen würde. Dagoba zeigen mit „Post Mortem Nihil Est“ viel Geschick in Sachen Songwriting. Einerseits knallen die druckvollen Gitarrenwände, während Sänger Shawter von Shouts bis Clean-Gesängen eine wirkliche Breite an stimmlichen Möglichkeiten zeigt, anderseits knüppelt Schlagzeuger Franky, was das Zeug hält. Besonders die letzten beiden Songs „Oblivion Is For The Living“ und „By The Sword“ geben eine wirklich beeindruckende Leistung ab. Sehr schwere Rhythmen an den Gitarren treffen auf schnelle, treibende Drums. Ein perfekter Abschluss für „Post Mortem Nihil Est“!

Wer die letzten beiden Dagoba-Platten gemocht hat, wird das neue Werk lieben. Es klingt frisch, modern und zeigt, wie weit diese Band musikalisch gehen kann. Hoffen wir, dass Dagoba vom französischen Underground bald in unsere Hallen finden. Dieses Album schreit danach live präsentiert zu werden.