Fredda neues Album 2012 „L’Ancolie“

VERÖFFENTLICHUNG» 15.06.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
Fredda L

Der Chanson gehört zu Frankreich wie Croissants und der Eiffelturm. Inzwischen begeistert dieses musikalische Genre auch im Ausland zunehmend wieder die Hörer und diese Tatsache könnte der Pariser Sängerin und Songwriterin Fredda zugute kommen, die dieser Tage ihr drittes Album „L ´ancolie“ veröffentlicht.

Anders als bei den beiden Vorgängern hat sie diesmal kaum noch mit ihrem Lebensgefährten Pascal Parisot zusammengearbeitet, sondern hauptsächlich selbst komponiert und getextet. Entstanden ist ein sehr poetisches Album, das zum Träumen einlädt. Wie der Titel phonethisch schon andeutet, ist „L´ancolie“ durchzogen von zarter Melancholie, aber auch von leiser Heiterkeit. Freddas Gesang ist klar und akzentuiert und wirkt auf sehr subtile Art verführerisch. Die Poesie von Text und Musik gehen bei ihr Hand in Hand. So erzählt sie in „Morin Heights“ entspannt swingend von einem Sommertag im gleichnamigen Herrenhaus, verabschiedet sich in „Le flots bleues“ fröhlich und doch auch wehmütig vom Mittelmeer und beschreibt in „Fenêtre à Collioure“ anschaulich ein Gemälde von Henri Matisse.

Die Chansons sind von verschiedensten musikalischen Einflüssen geprägt. „Journale Intime“ und die Single „Il ne me reste“ bedienen sich charmant beim Blues, ein Banjo verleiht dem beschwingten „Fleur d´ennui“ einen Hauch von Country, und mit ihrer fließenden Begleitung klingen der Titelsong  „L´ancolie“ und das wehmütige „Rugit Noël“ leicht folkig. Die Arrangements sind überwiegend akustisch und von virtuosem Gitarrenspiel geprägt, für das Gitarrist Mocke von der Pariser Band Holden verantwortlich ist.

Mit „L´ancolie“ ist Fredda ein in sich stimmiges und doch auch vielseitiges Werk gelungen, das die Fans französischsprachiger Popmusik bestimmt begeistern wird. Um neben dem musikalischen Genuss auch das inhaltliche Verständnis zu ermöglichen, enthält das Booklet der deutschen Ausgabe Übersetzungen der Songtexte.