Frederika Stahl präsentiert mit „Off To Dance“ ein Album voll anmutiger Pop-Perlen

VERÖFFENTLICHUNG» 08.03.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Mit ihren ersten beiden Alben hatte sich die Sängerin Frederika Stahl zunächst einen Namen in der Jazz-Szene gemacht. Mit dem 2010 erschienenen „Sweep Me Away“ veränderte sich ihr Musikstil langsam in Richtung Pop, und mit ihrem von Rob Ellis produzierten vierten Album „Off To Dance“ etabliert sich die in Paris lebende Schwedin endgültig als anspruchsvolle Popkünstlerin.

Frederika schreibt all ihre Songs selbst und erschafft auf „Off To Dance“ einen stimmungsvollen und vielseitigen musikalischen Kosmos, der von mystischen Songwriter-Balladen wie „Midday Moon“ bis zu mitreißenden Dance-Rhythmen wie in „We Are Whole“ reicht. Die klare Sopranstimme der Sängerin erinnert an Kate Bush, wenn sie sich etwa im Opener „Willow“ in sphärische Höhen aufschwingt, kann aber wie im bluesigen „Trivial Needs“ auch sehr geerdet klingen. Und im hymnischen Refrain von „Glory“ meint man beinahe, Alanis Morisette herauszuhören.

Sowohl musikalisch als auch inhaltlich ist das Album durchaus von der berühmten nordischen Schwermütigkeit durchzogen. So beklagt Frederika in „Little Muse“, dass es nicht erfüllend ist, nur als Inspiration für einen weiteren Song zu dienen, und selbst dem scheinbar perfektem Glück in „Off To Dance“ wagt sie nicht zu trauen. Aber in die Melancholie mischt sich auch französische Anmut und Leichtigkeit, wenn sich Frederika mit „Trip Me Up“ im Walzertakt aufs emotionale Hochseil wagt oder uns im träumerischen Abschlusstitel „Deep Then Dive“ einen Blick in ihr bittersüßes Seelenleben gestattet.

Nicht zuletzt tragen die ausgefeilten und dennoch zurückhaltenden Arrangements  zum rundum überzeugenden Gesamteindruck von „Off To Dance“ bei. Schade nur, dass das Album kaum länger als ein halbe Stunde dauert – aber zum Glück kann man ja wieder auf Play drücken und bei jedem neuen Hören Frederikas Songs noch etwas mehr lieben lernen!