Gabrielle Aplin – English Rain: Die britische Newcomerin erfreut mit einem wohltuenden musikalischen Sommerregen

VERÖFFENTLICHUNG» 31.05.2013
BEWERTUNG» 9 / 9
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Früher traten  junge Musiker in Kneipen auf und verschickten Demotapes in der Hoffnung auf einen Plattenvertrag – heute laden sie ihre Videos bei YouTube hoch. Dort begann auch die Karriere der britischen Sängerin  Gabrielle Aplin, die zunächst mit zeitlos schönen Coverversionen auf sich aufmerksam machte und nun ihr Debütalbum „English Rain“ veröffentlicht.

Neben einer außergewöhnlich warmen, angenehmen Stimme verfügt Gabrielle über beachtliches Songwritertalent, wie die überwiegend selbstkomponierten Stücke auf „English Rain“ beweisen. Ihre Songs gehen ins Ohr, sind wunderbar akustisch arrangiert und erzählen spannende Geschichten. Dabei sind ihre Themen nicht unbedingt neu, wohl aber die Blickwinkel. So richtet sich „Panic Cord“ entschuldigend an einen Ex-Lover, dem ein gemeinsames Jahr wohl mehr bedeutet hat als der Protagonistin selbst, und „Please Don´t Say You Love Me“ ist die eindringliche Bitte, eine wachsende Beziehung nicht durch zu viel Anspruch zu zerstören.

Ganz abgesehen von aller inhaltlichen Bedeutung tut Gabrielles Musik aber einfach gut. Titel wie „Home“, „Salvation“ oder „Alive“ hüllen den Hörer wie in eine weiche Decke ein und lassen ihn mit fließendem Piano und sanften Streichern zur Ruhe kommen. Hauptsächlich geht die beruhigende Wirkung von Gabrielles Gesang aus, wobei dieser erstaunlicherweise gleichzeitig sehr ausdrucksstark und emotional ist – was besonders in ihrer unglaublichen Interpretation von „Power Of Love“, dem einzigen Coversong des Albums zum Tragen kommt.

Über das englische Wetter wird ja oft geschimpft, Gabrielle Aplins „English Rain“ ist jedoch ein wunderbar warmer Sommerregen, der die Seele streichelt und Blumen wachsen lässt. Das beste Mittel gegen Alltagstress und Frust aller Art – und deswegen unverzichtbar in jeder guten Musiksammlung!