Georg Auf Lieder geht seinen Weg vom „Alexanderplatz“ in Richtung Festivals und Clubs

VERÖFFENTLICHUNG» 22.08.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Der nächste in der Reihe neuer deutscher Singer/Songwriter: Georg auf Lieder. Das Album erscheint bei Universal Music und wird heftigst beworben. Mit Recht! Denn der Mann mit dem lustigen Künstlernamen hat sich buchstäblich von der Straße zum Majorlabel gesungen. Zwei Jahre lang performte der inzwischen 26jährige seine Lieder in Berlin auf dem Alexanderplatz. Logisch, dass er sein Debütalbum nach diesem pulsierenden Ort im Epizentrum der Hauptstadt benennt. Was mag man dort erleben – jeden Tag inmitten von Obdachlosen, Punks, Skatern, Geschäftsleuten und Touristen? Zumindest scheint es nur konsequent, dass Georg aus diesem Sammelsurium als perfekter Geschichtenerzähler raus kommt.

Das Album „Alexanderplatz“ gibt uns elf schöne Songs mit, die alle etwas zu sagen haben. Der fröhliche Uptempo-Song „Sommer“ oder das melancholische „Möwen“. Georg Auf Lieder gebraucht gern seemännische Bilder. „Marine“ handelt mit nachdenklichem Text von einer verflossenen Liebe – oder geht es doch um ein Boot? „Schwer in Ordnung“ erzählt die Geschichte zweier Freundinnen, von denen eine immer das dritte Rad am Wagen ist, bis endlich der Richtige kommt.

Alle Songs sind – wie soll es anders sein – sehr gitarrenlastig und funktionieren auch, wenn Georg allein unterwegs sind. Fürs Album hat er sich aber mit einer Band umgeben, die rhythmische Akzente setzt, bisweilen für eine zweite Vokalstimme sorgt und einem Song wie „Tarzan und Jane“ eine sehr rockige Attitüde mitgibt. Der Wortwitz im Aufzählen von Gegensatzpaaren ist dann auch sehr gefällig. Sozialkritisch wird es in „Patrick“, das wie das Klagelied eines Jugendsozialarbeiters auf seine tägliche Arbeit klingt und realistischerweise einen offenen Schluss hat, anstatt auf heile Welt zu machen.

Georg Auf Lieder sieht sehr gemütlich aus auf seinen Promofotos. Nicht der schlankeste Mensch auf Erden, sympathisches Auftreten, immer eine Gitarre in Händen. Man würde ihm gern mal begegnen am Alexanderplatz und einen langen Nachmittag seinen Liedern lauschen. Doch das wird schwierig. Inzwischen ist er mehr auf Festivals und in den kleinen Clubs vertreten. Seine charismatischen Vocals gehen schnell ins Ohr und das Debütalbum verwöhnt uns mit 40 Minuten schöner Gitarrenmusik. Ein Soundtrack für den Sommer – nicht nur in Berlin.

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