„Geschichten ohne Versmaß“ – kollektiver Wohlklang für philosophische Seelen

VERÖFFENTLICHUNG» 13.06.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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„Geschichten ohne Versmaß“ – schon der Titel des Albums lässt aufhorchen. Da ist die lyrische Komponente quasi vorgegeben. Genau wie die erzählerische, denn tatsächlich werden hier 13 Geschichten auf hinreißende Art und Weise erzählt. Plus ein zusätzlicher Track als „An Interlude“, vermutlich um das Glück nicht heraus zu fordern, wo doch schon das Album an einem Freitag dem 13. erschien.

Aber wer verbirgt sich nun hinter diesem Kollektiv22, das, wenn die ominöse Zahl wirklich stimmen würde, die Dimensionen der Söhne Mannheims lock er sprengen könnte? Keine Sorge, es sind nur insgesamt sieben Rock-Poeten, die dieses Kollektiv bilden. Assoziationen zu den Mannheimern kommen trotzdem hoch, denn man konnte für das Debüt gleich Ralf Meyer als Produzenten gewinnen, der auch schon für Xavier Naidoo tätig war. Eine musikalische Nähe findet sich zudem im Zusammenspiel der drei vokalen Frontmen und in ihren homogenen Gesangslinien. Ansonsten aber ist die Band im hohen Norden, sprich in Hamburg zu verorten.

Unterstützt werden Ben Münchow, Daniel Schütter und David Berton von einer starken Band inklusive Tom Sawyers Mandoline, wobei letzterer zudem neben Daniel als Hauptsongwriter in Erscheinung tritt. Musikalisch scheint alles möglich. Manche Songs legen Folk, Soul und Pop in den Vordergrund, dann dominieren plötzlich Reggae und HipHop. Trotz aller Vielfalt sind es aber die akustischen Gitarren und der harmonische Gesang, die mich in ihren Bann ziehen. Die meisten Texte werden auf Deutsch vorgetragen, doch auch die englischsprachigen Einsprengsel wissen zu überzeugen. Textlich ist viel Tiefgang zu erwarten und mir gefällt das liebevoll gestaltete Booklet, in welchem munter Kommentare zwischen die lyrischen Zeilen gekritzelt wurden. So war der Song „Sophie“ ursprünglich wohl einer „Marie“ gewidmet. Wie das Leben so spielt.

Die kollektive Freude an Musik und philosophischem Gedankengut scheint das Septett zu vereinen. Songs wie „Dem Abenteuer zum Abschied (oder wie man das Lieben verlernt)“ und vor allem der letzte Titel „Wie du siehst“ nehmen den Hörer mit auf eine wundersame Reise. Und es kann kein Zufall sein, dass das Album im „Institut für Wohlklangforschung“ Hannover eingespielt wurde. Soviel Wohlklang tut der Seele gut.

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