„Ghost Brothers Of Darkland County“ – Stephen King und John Mellencamp sorgen mit ihrer Horror-Oper für schlaflose Nächte

VERÖFFENTLICHUNG» 12.07.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Fans des Horror-Autors Stephen King haben schon lange auf dem Schirm, dass er an einem musikalischen Projekt gemeinsam mit John (Cougar) Mellencamp arbeitet. Kings Liebe zur guten alten, handgemachten Rockmusik spiegelt sich häufig in seinen Romanen wieder, aber auch darin, dass er seit vielen Jahren gemeinsam mit Matt Groening (The Simpsons) und anderen Schreiberlingen in der Band The Rock Bottom Remainders tätig ist. Da gibt es dann straighten Rock und ganz viel Spaß.

„Ghost Brothers Of Darkland County“ hingegen bewegt sich in einem ganz anderen Metier. Es handelt sich um eine Mischung aus Blues-Musical und Horror-Hörspiel, für das John Mellencamp Musik und Lyrics der Songs verfasste, während Stephen King für das Libretto, also die textlichen Zwischenstationen, verantwortlich ist. Zusammen gehalten wird dieses Experiment durch T-Bone Burnett, den viele als Macher des famosen Soundtracks zu „O Brother, Where Art Thou?“ kennen, der aber auch in den Anfangstagen von Mumford & Sons aktiv war und deren steilen Aufstieg mit gestaltete.

Die Story spielt in den Sumpflandschaften des Mississippis und erzählt eine Brudermord-Geschichte von Liebe, Lust, Rivalität und Rache. Es geht um zwei Brüder Anfang zwanzig, die sich abgrundtief hassen. Ihr Vater bringt sie daraufhin zu einem Ferienhaus, in dem zwei Geister spuken – ältere Brüder des Vaters, die sich dort gegenseitig umgebracht haben. Es ist nicht einfach, der Story zu folgen, doch wenn man weiß, worum es geht, kann man sich in die düstere Atmosphäre einfühlen.

Die Songs werden von einer All-Star-Besetzung interpretiert: Sheryl Crow, Rosanne Cash, Neko Case, Elvis Costello, Kris Kristofferson, Taj Mahal, Ryan Bingham, John Mellencamp und weiteren namhaften Künstlern. Die Namen sind ein Garant dafür, dass wir uns hier nicht auf pathetische Musical-Melodien oder seichtes Folk-Gequake einstellen müssen. Das würde auch nicht zur spannenden Story passen. Stattdessen gibt es eine Mischung aus Blues, Folkrock und gediegenem Roots-Rock.

Als Bühnenstück wurde die Horror-Oper bereits 2012 in Atlanta aufgeführt. Für 2013 soll es eine größere Tour geben, leider nur in den USA. Verrückte Fans werden vermutlich im Herbst dort hin reisen, andere müssen sich mit der CD begnügen, die zumindest alle Songs enthält und Ausschnitte aus Stephen Kings Libretto.