Grace Griffith – Sailing

VERÖFFENTLICHUNG» 29.06.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Die amerikanische Sängerin Grace Griffith hat bereits in mehreren Folkbands gesungen, vier Alben als Solokünstlerin aufgenommen, zahlreiche regionale Preise gewonnen und war sogar eine musikalische Inspiration für Eva Cassidy. Den internationalen Durchbruch schaffte sie jedoch trotz ihres beachtlichen Talents bisher nicht. Das soll sich nun mit der von ihrem Produzenten Bill Straw zusammengestellten Kompilation „Sailing“ ändern, die – ähnlich wie Eva Cassidys Album „Songbird“ – die Welt auf eine großartige Sängerin aufmerksam machen soll.

Grace hat nie eigene Songs geschrieben, sondern sich der Interpretation keltischer, traditioneller und zeitgenössischer Folkmusik verschrieben. „Sailing“ enthält Songs aus ihrer  gesamten Karriere mit einem Schwerpunkt auf ihren Soloalben. Aber auch drei Titel vom Album „Siren Song“, das Grace als Teil des Celtic-Folk-Trios Connemara aufnahm, sind vertreten, ebenso wie ein Stück von ihrem allerersten, gemeinsam mit Susan Graham White in Eigenregie entstandenen Album „Journeys“.

Tatsache ist, dass Grace über eine außergewöhnlich schöne Stimme verfügt – klar und fast schwebend, aber doch voller Wärme und Gefühl. Und mit dieser Stimme interpretiert sie Traditionals wie „The Cuckoo“ ebenso überzeugend wie Stings „Shape of My Heart“ oder den atmosphärischen „Song of the Seals“. Gelungen sind auch die Kombinationen von Liedern und schwungvollen Instrumentalstücken bei „Sailing / Ships Are Sailing“ und „Ripples in the Rockpools/Kiss of The Fiddle“. Und das komplett ohne Begleitung gesungene „The Last Leviathan“ erzeugt einfach nur Gänsehaut.

„Sailing“ ist gewissenmaßen die musikalische Quintessenz des Lebens einer talentierten Sängerin, die sich trotz ihrer Parkinson-Erkrankung auch weiterhin ganz der Musik widmet. Es ist Grace Griffith zu wünschen, dass sie durch dieses Album noch zu ihren Lebzeiten die Anerkennung erfährt, die sie verdient.