Green Day starten ihre Trilogie mit „¡Uno!“

VERÖFFENTLICHUNG» 21.09.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Green Day sind immer für eine Überraschung gut. Im September 2004 beispielsweise erschien mit „American Idiot“ das Opus Magnum der Punkrocker. Das lag nicht unbedingt an Hitsingles wie „Boulevard Of Broken Dreams“, sondern am Gesamtkonzept des Albums, das wie eine Rockoper aufgebaut ist. Fünf Jahre später gab es mit Unterstützung der Band eine Musical-Version (!), die am Broadway gespielt wurde. Und dann war da „21st Century Breakdown“, ein Konzeptalbum mit politischen und gesellschaftkritischen Ansprüchen.

Was kann jetzt noch kommen, dachte man. Irgendwann müssen auch der besten Band die Ideen ausgehen. Und wie zum Trotz machten Green Day dann eine Ankündigung, die der Musikwelt wie Größenwahn vorkam. Nein – nicht ein neues Album, kein Doppel-Album, gleich drei neue CDs sollten es sein, die im Abstand von wenigen Monaten auf den Markt kommen. „¡Uno!, ¡Dos! ¡Tré!“ wird die Trilogie der Einfachheit halber heißen und Nummer 1 ist soeben erschienen.

„Wir sind momentan auf dem absoluten Höhepunkt unserer Kreativität und Schaffenskraft – diese Tracks sind die besten Stücke, die wir jemals geschrieben haben und die Songs fließen immer noch nur so aus uns heraus! Statt nur eines Einzelalbums machen wir diesmal eine 3-Albumsammlung. Jeder einzelne Song besitzt die Energie und Power, und deckt die ganze Gefühlspalette von Green Day ab. Wir können einfach nicht anders – die nächsten Alben werden einfach epic as fuck!“ Das verkündete die Band. Inzwischen macht man Schlagzeilen ganz anderer Art, denn Billie Joe Armstrong scheint pünktlich zum Album-Release auf Drogenentzug zu sein (wenn man dem Boulevard glauben darf). Doch sei’s drum – hier geht es schließlich um Musik.

Was zunächst auffällt: Green Day sind wieder weg von den epischen Alben, dem Erzählen ausschweifender Geschichten. Stattdessen dürfen wir uns auf frische, knackige Songs in der gebotenen Kürze freuen. Vermutlich ist genau das der richtige Weg. Was gesagt werden musste, ist gesagt. Jetzt wird wieder gerockt. Nicht mehr ganz so dreckig wie in Anfangstagen, doch immer noch rau, bisweilen rotzig-frech und vor allem rockig. Es gibt eine reduzierte Instrumentalisierung und die Tracks sind weniger politisch. Klar finden einige radiotaugliche Songs dabei – mit viel guter Laune und voller Ohrwürmer. Das klingt dann mehr nach Pop als nach Punk. Doch egal. Green Day enttäuschen keineswegs mit dem Start der Trilogie. Und es werden ja noch zwei Teile kommen, die eventuell eine andere Seite des Trios zeigen.