Gregory Porter – Liquid Spirit: Das dritte Album von einer der besten Stimmen des zeitgenössischen Jazz

VERÖFFENTLICHUNG» 30.08.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Spiegel Online schrieb ihm „die schönste Stimme des Jazz“ zu. Andere vergleichen ihn mit Namensvetter Cole Porter. Die Legende sagt, dass er Footballspieler war, bevor er zum Sänger wurde. Es muss etwas dran sein an dem bärtigen Mann aus Los Angeles. Seine beiden bisherigen Alben „Water“ und „Be Good“ wurden für den Grammy Award nominiert – so schaffte er es aus dem Stand nach ganz oben.

Die stilistischen Einflüsse seines dritten Album „Liquid Spirit“ beschreibt Porter am besten selbst: „Ich betrachte mich definitiv als Jazzsänger, aber ich liebe den Blues, schwarzen Southern Soul und Gospelmusik nicht weniger.“ So definiert er seine Musik und man kann ihm uneingeschränkt zustimmen. Ein verspieltes Piano, eine durchdringende Basslinie und dann Porters geniale Stimme, die ihn schon mit 42 Jahren ziemlich verlebt klingen lässt. Das ist die Rezeptur für ein durch und durch entspanntes Album mit allen genannten Einflüssen.

Die meisten Songs schrieb er selbst und erzählt darin aus seinem Leben, von seiner Kindheit, den üblichen Höhen und Tiefen. Die ruhigen Songs sind Balsam für die Seele, mit den hymnischen, energischen Stücken lässt er sein ganzes stimmliches Kraftpaket auf die Zuhörer los. Als Unterstützung hat er mit Chip Crawford (Piano), Yosuke Sato (Altsaxofon), Tivon Pennicott (Tenorsaxofon), Aaron James (Bass), Emanuel Harrold (Drums), Curtis Taylor (Trompete) und Glenn Patscha (Orgel) eine hervorragende Band am Start, die seine gesanglichen Facetten perfekt unterstützt.

Porters fesselnder und souliger Bariton funktioniert auch, wenn er die Stücke anderer Künstler interpretiert. Da wäre mit „The In Crowd“ (Dobie Gray) ein exorbitanter Motown-Klassiker, der Jazzstandard „I Fall In Love To Easily“ und „Lonesome Lover“ als Porters ganz persönliche Liebeserklärung an Abbey Lincoln. Der kleine Gregory hat in jungen Jahren die Plattensammlung seiner Mutter rauf und runter gehört: Nat King Cole und John Coltrane. Jetzt zeigt er sich würdig, mit diesen großen Namen in einem Atemzug genannt zu werden.