„Grenzenlos“ – das zweite Album von Glasperlenspiel bietet wieder jede Menge tanzbare deutschsprachige Popsongs

BEWERTUNG» 7 / 9
DATUM» 10.05.2013
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Erst zwei Jahre ist es her, dass Carolin Niemczyk und Daniel Grunenberg das Duo Glasperlenspiel gründeten und als hoffnungsvolle Newcomer mit ihrem Debüt „Beweg dich mit mir“ die deutsche Musiklandschaft betraten. Ihr Mix aus eingängigen Melodien, tanzbaren Beats und authentischen Texten traf den Nerv der jungen Generation – heute sind Glasperlenspiel bereits weit oben in der Popszene angekommen und können der Veröffentlichung ihres zweiten Albums „Grenzenlos“ ganz entspannt entgegensehen.

Musikalisch ist das Duo dem modernen Elektro-Pop treu geblieben, inhaltlich ist das neue Album aber noch persönlicher und intensiver als der Vorgänger. Insofern gibt der Titelsong „Grenzenlos“ perfekt die Richtung vor und lässt sich sowohl als Party-Hymne als auch als Lebensmotto interpretieren. Den Zauber des Moments zelebrieren die beiden mit „Unsterblich“ und „So leicht“, und „Lasst uns was bewegen“ ist eine optimistischer Mutmach-Titel, mit dem sich Glasperlenspiel bereits für die Aktion „361 Grad Respekt“ engagiert haben.

Eine positive Grundstimmung durchdringt das ganze Album, denn selbst traurigen und schmerzhaften Erfahrungen gewinnen Daniel und Caro etwas Gutes ab, wie sie mit „Nie vergessen“ oder „Tanzen den Schmerz weg“ beweisen. Kritische Themen werden aber keinesfalls ausgeklammert. Dem äußerlichen Glamour des Erfolgs setzen Glasperlenspiel das schonungslos offene „Was du nicht weißt“ entgegen, und „Bevor ich gar nichts sage“ ist eine ironische Auseinandersetzung mit sinnfreiem Smalltalk. Besonders persönlich wird es mit der Ballade „Wie ich nicht sein will“, in der die Sängerin mit einem quasi nicht vorhandenen Vater abrechnet.

Mit ihren Texten überzeugen Glasperlenspiel mich auf ganzer Linie, die musikalische Verpackung ist mir aber oft zu elektronisch. Die programmierten Beats sorgen zwar für durchgängige Tanzbarkeit, auf Dauer jedoch auch für Langeweile. Zum Glück gibt es zwischendurch Abwechslung, etwa mit dem rockigen Anfang von „Herz aus Gold“ oder dem schönen Piano-Intro der Abschlussballade „Zu Hause“.  insgesamt reicht das, zusammen mit den Sympathiepunkten für die beiden jungen Musiker, noch für gute sieben Sterne und eine Empfehlung für alle Fans von modernem deutschem Pop.