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Haken: Ein zweiter “Virus” verbreitet sich in 2020

Haken  •  Virus
Veröffentlichungsdatum: 19.06.2020
Unsere Bewertung: 8 von 9 Punkten

Das Jahr 2020 wird wahrscheinlich in näherer Zukunft als das Jahr der Virus-Pandemie in die Geschichtsbücher eingehen. Und die englichen Prog-Metaller von HAKEN veröffentlichen just in diesem Jahr ein gleichnamiges Album “Virus”, dessen Namen wohl bereits vor der verheerenden Pandemie entstanden sein soll.

HAKEN haben es sich auf die Fahne geschrieben, dem zeitgenössischen Progressive Metal ihren Stempel aufzudrücken und es gelang ihnen seit “Mountain” (2013) mit jedem Output neue Impulse zu setzen, ob es sich um die Hymne “Cockroach King” handelt oder die an die 1980er Amiga-Sounds erinnernde Scheibe “Affinity”. Mit “Virus” haben sie sich soundtechnisch in Anleihen an eine weitere musikalische Koryphäe angenähert: an Devin Townsend, den sie während der ausgiebigen Europas und Nord-Amerika-Tournee supportet haben. Allerdings bleiben sich die sechs Progheads stilistisch immer treu mit ihren bekannten Trademarks.

Die ersten fünf Songs des Albums sind kürzer strukturiert und zeichnen sich jeweils durch eine andere Ästhetik aus als die Haken-Klangpalette. Der abschließende Track spannt den Bogen zum Gesamtkonzept.  Das Kronjuwel des Albums ist vielleicht der 17-minütige „Messiah Complex“, der als fünfteilige Suite präsentiert wird und explizit und unverwechselbar auf das Quellmaterial der „The Mountain“ -Ära verweist. Mit einer vertrauten, aber verdrehten Wiederholung eines A-cappella-Kontrapunkts im Gentle Giant-Stil sowie vielen weiteren Easter-Eggs, die es zu entdecken gilt, fordern sie den Zuhörer zum genauen Hinhören und Vergleichen heraus.

So sehr die Stimme von Ross Jennings HAKEN-typisch ist, so sehr wünscht man sich mittlerweile etwas mehr Abwechslung in den Gesangslinien und vielleicht auch mal Shouter- oder Growl-Einlagen wie sie in “Prosthetic” synthetisch angereichert sind.

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