Hamferð werden mit ihrem Debüt-Album „Evst“ viel Staub in der Doom-Szene aufwirbeln

VERÖFFENTLICHUNG» 15.11.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Die Tage werden kürzer und die Nächte immer länger. Die Dunkelheit macht sich zum Ende des Jahres breit. Passend zur Wetterlage veröffentlichen Hamferð ihr Debut-Album „Evst“. Hamferð ist die Bezeichnung für die Rückkehr der verstorbenen Seefahrer, die ihre Liebsten besuchen wollen. Zweckmäßig beschäftigt sich „Evst“ mit Trauer und Verlust in ihrer dunkelsten Form – wortwörtlich! Als wären Bandname und der lyrische Inhalt nicht genug an die Färöer gebunden, sind die Texte auch noch auf infäröischer Sprache geschrieben.

Mit diesen Grundlagen hatten Hamferð die idealen Grundvoraussetzungen, um ein Klasse-Doom-Album zu schreiben, dies haben die Herren dann auch getan. Die Songs wirken schwermutig, beklemmend und nehmen einem fast die Luft zum Atmen, so als würde man ständig unter Wasser versuchen, wieder an die Oberfläche zu schwimmen. Die ruhigen Parts mit cleanem melancholischem Gesang werden immer wieder aufgebrochen und arten in wuchtige Gitarrenstürme aus, die mit schweren Growls überlegt werden. Das Konzept des kleinen Luftzugs, der sich in einen Orkan verwandelt, zieht sich komplett durch „Evst“ und schickt den Hörer auf eine spannende Reise. Da die Texte nicht verständlich sind, bleiben wir ständig in Träumerei und lassen die Atmosphäre und die Klangwelt auf uns wirken, um das mystische Bild spüren zu können, welches die Band vermitteln möchte. Die Trauer und das Leid in den Songs sind unüberhörbar. Es ist der Antrieb, der „Evst“ so interessant und abwechslungsreich macht.

Hamferð haben mit „Evst“ ein geniales Debut-Album geschrieben. Es wirkt frisch, packt den Hörer von der ersten Sekunde an und lässt ihn nicht mehr los bis die Fahrt endet. Es deckt progressive, wie harte Metal-Sparten perfekt ab und weiß jedem Doom-Metal-Fan zu gefallen.

Hamferð Evst hier reinhören!