Harakiri neues Album von Serj Tankian

VERÖFFENTLICHUNG» 06.07.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Nach den 2011er Konzerten von System of a Down (unter anderem bei Rock am Ring) hofften viele auf ein neues Album des Alternative-Metal-Quartetts. Leider Fehlanzeige. Stattdessen gibt es das dritte Soloalbum des Frontmanns in Folge. Auch gut, werden viele sagen, denn „Elect The Dead“ und „Imperfect Harmonies“ kamen trotz ihrer stellenweisen Entfernung vom harten Metalsound gut bei den Fans an.

Der interessanteste Aspekt am neuen Werk: nach der progressiven und symphonischen Orientierung der ersten Alben (es gab sogar eine Umsetzung mit philharmonischem Orchester) hören wir auf „Harakiri“ wieder ordentlich harte Klänge des Meisters. Der Opener „Cornucopia“ beispielsweise erinnert mit seinem Wechsel von aggressiven und ruhigen Klängen an frühere Werke von Opeth und auch „Figure It Out“ wird mit großer Wut heraus gebrüllt. Eine Anklage gegen den Materialismus.

Spätestens mit „Ching Chime“ folgt dann doch noch eine experimentelle Seite in der Verwendung exotischer Instrumente. Ähnlich wie in „Reality TV“ zeigt sich Tankian hier stimmlich von seiner besten Seite. Dazwischen findet sich eine Reihe hervorragender Rocksongs, allen voran der Titeltrack „Harakiri“. Insgesamt bewegt er sich im rockigen Mainstream. Das soll auch erlaubt sein, schließlich will Serj solo nicht den längst fälligen SoaD-Release ersetzen.

Freunde der harten Gangart werden nicht unbedingt begeistert sein, doch Serj Tankian begeht keineswegs „Harakiri“. Im Gegenteil – er macht Lust auf mehr und alle warten gespannt, was da kommen mag.