Hungarian Rhapsody: Queen Live In Budapest – ein Konzerterlebnis aus dem Jahr 1986, frisch restauriert

VERÖFFENTLICHUNG» 09.11.2012
BEWERTUNG» 9 / 9
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Es klingt inzwischen wie eine Legende – aber vermutlich waren es tatsächlich die gut 20 Minuten während „Live Aid“ am 13. Juli 1985, die Queen zu einer der größten Bands der Welt machten. Wenn man heute eine Performance von Freddie Mercury aus den folgenden 13 Monaten sieht, glaubt man gern, dass es seit seinem Tod keinen solchen Entertainer mehr gab. Innerhalb der immens erfolgreichen „Magic“-Tour – tragischerweise die letzte Konzertreise mit Freddie Mercury – waren Queen erstmals in der Lage, Ungarn in ihren Tourplan mit einzubeziehen. Drei Jahre vor dem Fall der Berliner Mauer gaben sie das größte Konzert aller Zeiten im Budapester Népstadion und das erste Stadion-Konzert einer westlichen Rockband hinter dem Eisernen Vorhang.

Wer in den Genuss dieses Ereignisses kommen wollte, musste sich bisher mit einem VHS-Film (teuer gebraucht zu erwerben) begnügen. Endlich aber gibt es eine DVD-Veröffentlichung, remastered und im 5.1-Surround-Sound. Dazu das komplette Konzert auf zwei CDs. Ein Muss für jeden Fan!

Der energiegeladene Auftritt von Freddie Mercury, Brian May, Roger Taylor und John Deacon ist eine Sternstunde des Rock’n’Roll. Startend mit „One Vision“ braucht Freddie jeden Zentimeter der Bühne, um sich in Szene zu setzen. Instrumental wird straight gerockt und ein Hit jagt den nächsten. Ruhige Momente gibt es im Mittelteil, wenn „Love Of My Life“, ein ungarisches Volkslied und schließlich „Is This The World We Created…?“ erklingen.

Dem restaurierten Bildmaterial sieht man das Alter kaum an. Aufgelockert wird das Konzert durch Einspielfilme der Band – auf Entdeckungsreise in Budapest. Nicht jedermanns Sache, wenn ein Livekonzert so durchbrochen wird, doch die Momente sind immer recht kurz und die Einspieler nicht sehr häufig. Die Tonqualität entlockt meiner Anlage kein Rauschen. Schön, dass man auf diese Art an einem 26 Jahre alten Konzert teilhaben darf, als sei es gestern gewesen. Die Highlights folgen Schlag auf Schlag: „Seven Seas Of Rhye“, „A Kind Of Magic“, „Bohemian Rhapsody“, „Radio Ga Ga“, „We Are The Champions“ – was das Herz begehrt. 90 Minuten vom Feinsten. Leider ist das Konzert nicht ganz komplett – denn schon für den VHS-Mitschnitt fehlten Fragmente (unter anderem „Another One Bites The Dust“), die sich nicht mehr rekonstruieren ließen.

Als Bonus gibt es eine Doku mit dem Titel „A Magical Year“. In einer halben Stunde wird diese ganz besondere Zeit für die Band rekapituliert. Mithilfe von Archiv-Material, insbesondere teilweise ungesehener Probenaufnahmen und Interviews mit der Band, wurde dieser Film extra für die vorliegende DVD erstellt. Wir sind gespannt, was das dicke Archiv noch für zukünftige Veröffentlichungen zu bieten hat.