Hurts bestehen ihre Bewährungsprobe mit dem zweiten Album „Exile“

VERÖFFENTLICHUNG» 08.03.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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„Wonderful Life“ und „Stay“ eroberten die Charts im Sturm. Das Duo aus Manchester hat im Herbst 2010 den Nerv der Zeit getroffen und konnte schon Anfang 2011 einen ECHO als bester Newcomer international einheimsen. Für ihr Debüt hatten sie sich lange Zeit gelassen, denn die Band wurde in UK schon weit vor dessen Veröffentlichung medial über den grünen Klee gelobt. Die Bewährungsprobe heißt also Album Nummer 2 – und das trägt den Titel „Exile“.

Immer noch klingen Theo Hutchcraft und Adam Anderson wie frisch zurück gekehrt von einer Zeitreise in die 80er Jahre zu den seligen Tagen von Depeche Mode. Das ist und bleibt Synthie-Pop vom Feinsten, was sie da Track um Track abliefern. Sehr solides Material, keine unnötigen Füller, aber nach den ersten Hördurchläufen hat sich bei mir auch noch kein Hit heraus kristallisiert, der genannte Singles toppen könnte.

„Exile“ bietet den Fans mehr als den federleichten Elektropop von „Happiness“. Die Songs sind sperriger, in sich variabler und mit härteren Gitarrenklängen versehen. Da überlässt man die „Fireflies“ Owl City und wendet sich lieber dröhnenden, kraftvollen Klängen zu, die Konzerthallen erbeben lassen.

Vor zwei Jahren hatte ich noch das Gefühl, dass man bei ihren Konzerten die Studio-CD einlegen könnte und alle hätten genau so viel Spaß. Geschuldet war dies einem Hang zur Perfektion, den wir von den Pet Shop Boys kennen. Mit ihrem neuen Werk aber geht das Duo mehr aus sich raus, bietet nachhaltige Balladen wie „The Crow“, erinnert mit „Miracle“ an Coldplay oder mit „Blind“ an Take That. So innovativ war Britpop schon lange nicht mehr und man wünscht sich, Hurts und Depeche Mode in naher Zukunft zusammen auf einer Bühne zu sehen. Popmusik hat Zukunft!